Roubaix-chaos: hincapie deckt die ursache für reifenschock auf
Die Hölle des Nordens tobte gestern auf dem Klassiker Paris-Roubaix, und nicht nur die Fahrer litten. Eine Welle von Defekten überschwemmte das Peloton, trotz teurester Hightech-Ausrüstung. Doch George Hincapie, Rekordstarter bei Roubaix und einstiger Zweiter, hat eine überraschende Erklärung für das Drama gefunden.

Geschwindigkeit als hauptproblem: mehr als nur reifen
Während die Teams in den Wochen vor dem Rennen Millionen in spezielle Roubaix-Reifen, ausgeklügelte Dämpfungssysteme und breitere Pneus investierten, sieht Hincapie den eigentlichen Übeltäter in einer ganz anderen Größe: der Geschwindigkeit. „Die Bikes sind schneller geworden, das ist unbestreitbar“, erklärte der ehemalige Profi im Podcast „The Move“. „Und wenn du mit 50 km/h durch eine Kurve saust, ist es egal, welchen Reifen du fährst – du kannst nicht kontrollieren, welchen Stein du triffst.“
Die 123. Austragung des Klassikers war mit einem Schnitt von fast 49 km/h die schnellste in der Geschichte. Das bedeutet, dass selbst kleinste Fehler in der Linienwahl nun mit deutlich höherer Wucht auf das Kopfsteinpflaster prallen. Hincapie: „Die Fahrer haben einfach weniger Zeit, um zu reagieren.“
Es ist ein bitteres Paradox: Die Bemühungen, das Risiko von Defekten durch technische Verbesserungen zu minimieren, scheinen durch die gesteigerte Geschwindigkeit ins Gegenteil verkehrt zu haben. Die Fahrer sind schneller als je zuvor, aber auch schutzloser vor den unerbittlichen Bedingungen des Klassikers. Die Teams müssen sich also neu orientieren und überlegen, wie sie ihre Fahrer besser auf diese extremen Geschwindigkeiten vorbereiten können.
Die Frage ist: Wird die UCI angesichts des gestrigen Chaos über eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf bestimmten Abschnitten nachdenken? Oder werden die Teams weiterhin versuchen, das Unmögliche möglich zu machen – ein defektfreies Rennen im Herzen der Hölle?
