Roter stern vs bayern: belgrad droht den münchnern zu begraben
Freitagabend, 6. März 2026, Belgrad. Bayern München fährt in die serbische Hauptstadt und bringt ein Gepäckstück mit, das niemand haben will: eine Auswärtsbilanz von 2-12 in dieser EuroLeague-Saison. Roter Stern wartet auf Rang 7. Die Bayern hängen auf Platz 15 fest. Und die Buchmacher bei Winamax sagen mit einer Siegquote von 1,23 für die Hausherren alles, was man über die Kräfteverhältnisse wissen muss.
Wie tief steckt bayern wirklich in der krise?
Das Minimalziel war klar formuliert: Qualifikation für die Play-ins. Klingt bescheiden für den Deutschen Meister. Aber selbst das droht zu entgleiten. Mit einer Bilanz von 12-17 trennen die Münchner vier Siege vom letzten Play-in-Platz, den Athen mit 16-13 hält. Neun Spieltage bleiben. Die Mathematik ist noch nicht tot, aber sie sieht erschöpft aus.
Svetislav Pesic hatte nach der Entlassung von Gordon Herbert für frischen Wind gesorgt. Sieben von zehn Europapokal-Spielen unter dem serbischen Trainerurgestein gewonnen, defensive Stabilität aufgebaut, Hoffnung geschürt. Dann kam Real Madrid. Ohne Topscorer Andy Obst kassierten die Bayern ein 70:93, das sich anfühlte wie ein Schlag mit dem Vorschlaghammer. Kurz davor hatten sie im BBL-Pokal-Halbfinale in der eigenen Halle gegen die Bamberg Baskets mit 97:103 nach Verlängerung verloren. Zwei Niederlagen, die Narben hinterlassen.

Roter stern: ein team, das seinen eigenen absturz überlebt hat
Die Geschichte von Crvena zvezda in dieser Saison ist eigentlich die interessantere. Nach zwei Spieltagen sieglos, Letzter in der EuroLeague, Trainer Ioannis Sfairopoulos gefeuert. Dann kam Sasa Obradovic, ein Mann, der den Verein kennt wie seine eigene Handschrift. Ergebnis: sieben Europapokal-Siege in Serie. Von der Kellertür direkt in die Playoff-Diskussion.
Aktuell stehen die Rot-Weißen bei 17-12 und haben sich zuletzt mit NBA-Youngster Nikola Djurisicverstärkt. Der 91:81-Sieg gegen Anadolu Efes in der Vorwoche war kein Ausrutscher, sondern Ausdruck einer Mannschaft, die weiß, was sie will. Dazu kam Ende Februar der sechste serbische Pokal in Folge. Belgrad ist gerade nicht aufzuhalten.

Was die zahlen über dieses duell verraten
Fünfzehn Duelle, acht Bayern-Siege, sieben für Roter Stern. Knapper geht es kaum. Aber der direkte Vergleich verblasst vor einem Fakt, der alles überlagert: In den letzten zehn Aufeinandertreffen hat immer das Heimteam gewonnen. Auswärtssiege in dieser Paarung sind historische Raritäten. Bayern gelang genau einer in Belgrad, im März 2021, mit 78:76. Das Hinspiel in München gewannen die Münchner mit 97:88. Aber das war München.
Die Offensivzahlen der Bayern sprechen eine deutliche Sprache: 80,5 Punkte im Schnitt in dieser EuroLeague-Saison, nur drei Teams sind schlechter. Pesic setzt auf Defensive, was respektabel ist, aber gegen ein Roter Stern, das bei Offensiv- und Defensiv-Rebounds in den Top 3 der Liga rangiert, kann diese Strategie schnell an ihre Grenzen stoßen.

Die wettlage und was sie wirklich bedeutet
Winamax sieht Belgrad mit 1,23 als klaren Favoriten, Bayern bei 3,85. Der Tipp auf Sieg Belgrad mit Handicap -5,5 liegt bei einer Quote von 1,52. Wer auf Unter 173,5 Gesamtpunkte setzt, bekommt ebenfalls 1,52. Und wer glaubt, dass Bayern unter 82,5 Punkte bleibt, findet bei Winamax eine Quote von 1,56.
Auf dem Papier ist Bayern nicht so schwach, wie es die Quoten suggerieren. Wenn Obst spielfähig ist, verändert das die Gleichung. Aber die Auswärtsschwäche, die Form der letzten Tage und ein Roter Stern, das gerade in einer Spirale des Erfolgs steckt, sprechen eine klare Sprache. Die Bayern könnten das Spiel eng halten, ein zweistelliger Rückstand wäre aber keine Überraschung. In der Bundesliga thront München mit acht Punkten Vorsprung vor Alba Berlin. In der EuroLeague hingegen kämpft dieselbe Mannschaft ums nackte Überleben. Der Kontrast könnte nicht größer sein.
