Rote raben rasen zurück in die 1. liga – comeback nach selbstzweijahrespause

Die Roten Raben Vilsbiburg fliegen wieder auf. Der niederbayerische Traditionsklub hat fristgerecht die Lizenz für die Volleyball-Bundesliga der Frauen beantragt – und damit den letzten formellen Schritt zum Comeback nach nur zwei Jahren Abstinenz vollzogen.

Ein schritt, der längst überfällig war

Wer die Tabelle der 2. Liga Pro derzeit ansieht, begreift: Die Raben haben die zweithöchste Spielklasse zur Spielwiese degradiert. Zehn Punkte Vorsprung auf Platz zwei, fünf Spieltage vor Schluss – selbst wenn das Team jetzt stillsteht, rutscht es nicht mehr herunter. Kein Konkurrent hat zudem eine Lizenz für die 1. Bundesliga eingereicht. Die Rückkehr der 2008er und 2010er Meisterinnen ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Doch die eigentliche Geschichte steckt tiefer. 2024 zogen sich die Raben freiwillig zurück – nicht aus sportlicher Not, sondern aus finanzieller Klugheit. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Aufsichtsratsboss Klaus-Peter Jung. Die Schulden sind abgebaut, die Strukturen verschlankt, die Sponsoren stehen weiterhin an der Seitenlinie. „Die meisten haben ihre Treue zugesagt“, so Jung. Ein Südstaaten-Sponsor-Drama wie in der Vergangenheit? Fehlanzeige.

Kim oszvald-renkema sieht ein „starkes signal“

Kim oszvald-renkema sieht ein „starkes signal“

VBL-Geschäftsführerin Kim Oszvald-Renkema atmet auf. Mit dem Aufstieg Vilsbiburgs kehrt die Liga zur regulären Zwölferteilung zurück – ein Segen für den Spielplan, der in der laufenden Saison wegen des Freiwerdens des Raben-Platzes mit elf Klubs improvisiert werden musste. „Der Standort hat den deutschen Frauenvolleyball über viele Jahre geprägt“, sagt sie. „Jetzt bekommen wir eine echte Identifikationsfigur zurück.“

Für die Spielerinnen bedeutet das mehr als nur ein Schildchen mit der Nummer eins. Die Halle in Vilsbiburg gilt als eine der lautesten der Republik – 2.500 Fans, ein Dauergrollen, ein Hexenkessel. Wer dort als Gast antritt, weiß: Die Raben jagen nicht nur Punkte, sondern auch Köpfe.

Die liga bekommt ihr herzstück zurück

Die liga bekommt ihr herzstück zurück

Die Rückkehr wirkt wie eine Reminiszenz an große Zeiten. 2008 und 2010 feierten die Roten Raben Meistertitel, 2009 und 2011 folgten Pokalsiege. Dann kam der wirtschaftliche Knick, die Zahl der Profis sank, die Talentschmiede lieferte zwar weiterhin Nachwuchs, doch die Elite verschwand. Nun kehrt sie zurück – älter, reifer, solider.

Die Gegner wissen, was auf sie zukommt. Ein Team, das in der zweiten Liga durchschnittlich 3,1 Sätze pro Spiel gewinnt und dabei 73 % seiner Angriffe verwandelt, wird in der ersten Liga nicht plötzlich ein Schatten seiner selbst sein. Trainerin Judith Kuckling hat ihre Mädels auf Höchstgeschwindigkeit getrimmt – und die Liga wird merken: Die Raben sind nicht nur zurück, sie sind hungrig.

Am 9. März 2026 war nur ein Termin. Der eigentliche Countdown läuft jetzt: Aufstieg fix, Lizenz beantragt, Sommer 2026 steht eine neue Ära an. Die Roten Raben haben sich zwei Jahre Auszeit gegönnt – und kehren nun zurück, um sich die restlichen Jahre einzuteilen.