Rostock seawolves verpassen viertelfinal-einzug nach bitterer heimniederlage
Rostock seawolves verpassen viertelfinal-einzug nach bitterer heimniederlage
Der Weckruf war mehr als deutlich, doch die gewünschte Wirkung blieb aus. Die Rostock Seawolves unterlagen im Basketball-Europe Cup gegen den Außenseiter Falco Vulcano Energia KC Szombathely aus Ungarn mit 75:78. Eine bittere Niederlage vor heimischer Kulisse, nachdem die Wölfe zuvor alle vier Europaspiele in dieser Saison gewonnen hatten. Mit einem Sieg hätten sie erstmals das Viertelfinale erreichen können.
Frustrierter trainer frasunkiewicz
Schon früh im Spiel zeigte sich, dass es nicht der erhoffte Abend werden würde. Trainer Przemyslaw Frasunkiewicz war über den langsamen Start seiner Mannschaft sichtlich verärgert. Bei einem Stand von 4:14 nahm er früh im ersten Viertel eine Auszeit und forderte seine Spieler zur Rechenschaft. Die Umsetzung seiner taktischen Vorgaben entsprach nicht seinen Vorstellungen. Mit Nachdruck wies er auf Fehler im Taktikboard hin: „Was stimmt nicht mit euch? Unglaublich!“

Zwischenzeitliche aufholjagd
Der Ausbruch des Trainers zeigte Wirkung, zumindest vorerst. Die Wölfe verkürzten bis zum Viertelende auf 18:21. Mit dem ersten Korb im zweiten Viertel gelang der Ausgleich (21:21). Bis zur Pause fanden die Wölfe immer besser ins Spiel und gingen mit einer Führung von 44:36 in die Kabine. Möglicherweise wollten sie eine erneute Zornesrede ihres Trainers unbedingt vermeiden.
Einbruch im dritten viertel
Doch die Art und Weise, wie die Seawolves aus der Halbzeit kamen, dürfte Frasunkiewicz erneut zur Weißglut getrieben haben. Seine Spieler wurden plötzlich unkonzentriert und vergaben zahlreiche Chancen. Innerhalb von zehn Minuten verspielten sie ihre komfortable Acht-Punkte-Führung und gerieten mit einem Rückstand von 55:58 in den Schlussabschnitt. Ein bitterer Rückschlag im ersten Matchball-Spiel um den Viertelfinaleinzug.
Spannung bis zum schluss
7:51 Minuten vor Schluss wurde erneut eine Auszeit genommen. Frasunkiewicz blieb diesmal ruhig und gab sachliche Anweisungen, wie der 59:63-Rückstand aufgeholt werden kann. Innerhalb von 50 Sekunden verkürzten die Wölfe auf einen Zähler (62:63) und glichen eineinhalb Minuten später aus (65:65). Doch die Ungarn konterten mit zwei Dreiern in Folge und bauten ihre Führung wieder aus.
Entscheidende dreier und verpasste chance
Rostock kämpfte sich zwar abermals heran, doch Falco Vulcano entschied die Partie mit einem weiteren Dreier zum 76:71. Selbst die 21 Punkte des starken TJ Crockett konnten die Niederlage nicht verhindern. Die historische Chance auf das Viertelfinale lebt zwar noch, ist aber deutlich geringer geworden. Nächste Woche (11. Februar) muss ein Heimsieg gegen den ungeschlagenen Tabellenführer Murcia (5 Siege aus 5 Spielen) her.
Vertragsverlängerung und chemnitz' erfolg
Interessant: Erst am vergangenen Samstag hatten die Rostocker die Vertragsverlängerung mit Przemyslaw Frasunkiewicz bis 2028 bekannt gegeben. Die Fans jubelten, und die Profis dürfen sich auch in den nächsten Jahren auf klare Ansagen ihres Trainers „freuen“.
Im Eurocup feierten die krisengeschüttelten Niners Chemnitz (fünf Liga-Pleiten in Folge) einen überraschenden Sieg gegen Dolomiti Trento (Italien) und sicherten sich damit den letzten verbliebenen Achtelfinal-Platz. Das ersatzgeschwächte Team von Trainer Rodrigo Pastore gewann deutlich mit 81:67 (39:36). Nike Sibande ragte mit 25 Punkten heraus. Dadurch ist auch klar: Ratiopharm Ulm ist ausgeschieden und hat einen Spieltag vor Schluss keine Chance mehr, den Ligakonkurrenten noch vom sechsten Platz zu verdrängen.
