Rostock schlägt trier 118:103 und schickt die gladiators auf playoff-schlingerkurs
Rostock war ein Vulkan, Trier nur ein Felsbrocken im Feuer. Die Seawolves schossen die Gladiators mit 118 Punkten in die Tiefe der Tabelle – und warfen damit die Frage auf, ob Trier in dieser Saison überhaupt noch an den Playoffs vorbeikommt.
Ein viertel reichte, um den abend zu versiegeln
Es war das zweite Viertel, in dem alles zerbrach. 38 Sekunden waren gespielt, da traf TJ Crockett Jr. den ersten Dreier, und danach wirkte Trier wie ein Team, das vergessen hatte, wie Verteidigung funktioniert. Andy van Vliet postierte sich wie auf dem Training, Kassim Nicholson lief ungehindert in den Korb, und D'Shawn Schwartz versenkte aus der Distanz, als stünde er allein in der Halle. Zwölf Minuten später stand 61:43 auf der Anzeige – ein Loch, das tiefer war als jedes, das Trier in dieser Spielzeit zuvor gegraben hatte.
Trainer Jacques Schneider starrte von der Seitenlinie, die Arme verschränkt, als suche er eine Lösung zwischen den Linien. Doch selbst als Marten Linßen nach der Pause mit zwei harten Drives und einem Dreier die Stimmung aufhellte, war klar: Rostock hatte die Antwort parat. Jedes Mal, wenn Trier auf 13 oder 11 Punkte herankam, antwortete Lukasz Kolenda mit einem floater oder Maik Zirbes mit einem Dunking, das die 3 100 Zuschauer in der Stadthalle aufspringen ließ.

Die zahlen, die weh tun
Die Bilanz ist hart: Trier und Rostock haben nun bei 21 Spielen je 12 Siege, doch der direkte Vergleich und das deutlich schlechtere Punkteverhältnis (–67 gegen –34) lassen die Gladiators auf Platz acht rutschen – genau jene Position, die im Mai nur die Teilnahme an der Play-in-Runde bedeutet. George King traf zwar 22 Punkte, aber seine Treffer kamen, nachdem das Spiel längst entschieden war. Die einzige Frage, die nach dem Schlusspfiff blieb, war, ob Trier in den letzten sieben Partien noch einmal die Kurve kriegt – oder ob diese Nacht in Rostock der Anfang vom Ende war.
Die Saison ist noch nicht verloren, aber das Selbstvertrauen liegt irgendwo zwischen der Dreierlinie und dem Rostocker Centerkreis. Und wer einmal dort liegenbleibt, der muss schon ein kleines Wunder schaffen, um wieder aufzustehen.
