Ronaldo fehlt: portugals wm-plan läuft ohne den könig

Cristiano Ronaldo bleibt zu Hause. Der 41-jährige Torjäger zieht sich wegen einer Oberschenkelzerrung aus dem Nationalkader zurück – und mit ihm verschwindet die Aura, die Portugal seit 19 Jahren trägt.

Die Länderspiele gegen Mexiko (28. März) und die USA (31. März) laufen ohne den Rekord-Europameister. Für Roberto Martínez ist das kein Drama, sondern ein Testlauf. „Wir werden Cristiano und Goncalo Ramos die Mittelstürmer-Position teilen lassen“, sagte der Trainer und kündigte an, in den beiden Partien den dritten Stürmer-Typen zu suchen – „jemanden, der anders läuft, anders denkt, anders trifft“.

Die letzte dressur vor dem großen sprung

Die letzte dressur vor dem großen sprung

Martínez nutzt die Reise nach Mexiko-Stadt und Atlanta wie einen Laborversuch. 27 Spieler hat er mitgenommen, vier stammen vom Champions-League-Achtelfinalisten PSG, vier vom Tabellenführer Sporting Lissabon. Vitinha, Bruno Fernandes, João Félix – sie alle sollen jetzt beweisen, dass Portugals Spiel nicht mehr von einem einzigen Genie abhängt.

Die WM-Gruppe K wartet bereits: Kolumbien, Usbekistan und ein Playoff-Sieger, der zwischen Neukaledonien, Jamaika und Kongo ermittelt wird. Ronaldo wird dabei sein, verspricht Martínez. Aber die Frage lautet: Wie lange noch? Sein Vertrag bei Al-Nassr läuft 2026 aus, und die Saison in Saudi-Arabien fordert ihr Tribut. Eine leichte Muskelblessur, behauptete der Spanier vor Wochen. Mittlerweile ist klar: Die Adduktoren reagieren auf jede neue Belastung mit Protest.

Portugal gewann 2016 die Europameisterschaft, als Ronaldo im Finale früh ausfiel und seine Teamkollegen das Spiel übernahmen. Genau diese Erfahrung will Martínez wiederholen. „Wir haben gelernt, ohne ihn zu siegen“, sagte er und lächelte dabei nicht.

Die Zahlen sprechen für sich: 206 Länderspiele, 128 Tore, fünf Weltmeisterschaften. Doch selbst Legenden werden langsam. Und manchmal reicht ein kleiner Riss im Muskel, um eine Ära sichtbar zu enden.