Roma-schiri pfeift inter: tommasis erste designation sorgt für furore

Ein Schritt, der in Italien sofort Nachrichtenwert hat: Für das Spitzenspiel zwischen Inter und Lazio hat der neue Designator Dino Tommasi erstmals einen Unparteiischen aus der römischen Sektion nominiert – und genau diese Konstellation wirft Fragen auf, weil der Lazio-Anhang in Rom sitzt und Inter um die Meisterschaft kämpft.

Warum diese personalie überrascht

Tommasi übernahm das Amt erst vor Tagen, nachdem Nicola Rizzoli sich selbst suspendierte. Der Ex-Schiedsrichter war jahrelang das Gesicht der Erklärvideos, nun muss er in der heißen Phase der Saison die richtigen Pfeifer finden. Die Wahl fiel auf Marco Guida, Sektion Rom 1 – eine Entscheidung, die in Mailand sofort Stirnrunzeln auslöste. Denn: Guida pfiff Inter in dieser Serie A erst zweimal, beide Male gab es Remis, doch die Zahlen spielen kaum eine Rolle. Vielmehr ist das Prinzip „Römer gegen Inter“ das, was in Foren und Talkshows für hitzige Debatten sorgt.

Tommasi kennt die Brisanz. Er war selbst 14 Jahre lang FIFA-Referee, pfeifte 2013 das Finale des italienischen Pokals. Jetzt muss er beweisen, dass er nicht nur reden, sondern auch handeln kann. „Wir gehen ausschließlich nach Leistung“, ließ er über die offizielle Kanäle verlauten. Die Statistik spricht für Guida: In 23 Partien zeigte er nur drei Rote Karten, ein Wert, der auf Kontrolle statt auf Dramatik schließen lässt.

Die finale herausforderung wartet schon

Die finale herausforderung wartet schon

Bereits am 13. Mai steht die Coppa Italia-Finale auf dem Programm. Tommasi muss bis dahin nicht nur die Gemüter beruhigen, sondern auch eine Besetzung liefern, die jede Nachspielzeit vermeidet. Die ersten Stimmen aus dem Klubmilieu sind verhalten: Inter-Innenverteidiger Alessandro Bastoni wollte sich auf Nachfrage nicht festlegen, verwies aber darauf, „dass Vertrauen in den Schiedsrichter der erste Schritt zum fairen Spiel ist“.

Die Liga blickt gespannt nach Rom. Denn wenn Guida die Partie souverän leitet, wäre das ein Exempel gegen jede Verschwörungstheorie. Klappt es nicht, wird Tommasi die erste Kritik gleich selbst kassieren – und die kommt nicht nur von den Rivalen, sondern auch aus den eigenen Reihen. Die Uhr tickt. Noch 72 Stunden bis zum Anpfiff.