Roland-garros wird zur champions-league-arena: psg feiert den zweiten stern mitten beim tennis-spektakel
Dienstag, 18:33 Uhr, Court Philippe-Chatrier. Statt Nadal oder Alcaraz stehen plötzlich vier Champions da, die den Tennisball nicht einmal anpeilen können. Ousmane Dembélé grinste, als hätte er gerade in der Nachspielzeit den Siegtreffer geschossen, Desiré Doué und Warren Zaïre-Emery stemmten den Henkelpott in die Höhe – und die Tennisfans jubelten, als käme ein Matchball.
Paris feiert zwei Tage nach dem 4:3 im Elfmeterschießen gegen Arsenal nicht nur, sondern überschlägt sich. Roland-Garros war bloß der nächste Halt nach der Prinzenpark-Sause und der Raserei am Eiffelturm. Die rote Asche wurde zur roten Gala.
Der pokal kommt in paaren
Zwei Pokale, eine Botschaft: PSG ist jetzt Klub der Dauersieger. Erst trugen Doué und Zaïre-Emery den Titel von 2025, dann Dembélé und Bradley Barcola den von 2026. Die Trophäe blitzte im Abendlicht, als wolle sie sich mit den Tennis-Policromen messen. Die Menge schmetterte „Ousmane Ballon d’Or“ und sang sich die Kehle heiser.
„Wir bringen euch den zweiten Stern“, rief Doué in Richtung Ehrenloge, wo Nasser Al-Khelaïfi wie ein stolzer Schulvater saf. Wenige Meter dahinter: Rafael Nadal, der diesmal nur zusah.

„Roland-garros bringt mir glück“
Dembélé lachte, als die Reporter ihn nach der Magie dieses Ortes fragten. „Ich bin letztes Jahr auch schon hier gewesen – und prompt haben wir wieder gewonnen.“ Die Statistik lügt nicht: seitdem PSG nach dem ersten Titel 2025 diesen Ritual-Ausflug zum Grand-Slam-Turnier macht, hat die Mannschaft in der Champions League nicht mehr verloren.
Zaïre-Emery ergänzte knapp: „Legendär, dass wir den Titel zum zweiten Mal geholt haben.“ Er schwieg über die nächste Saison. Dabei könnte genau das das Thema werden, das die Stadt den Sommer über begleitet.

Die jagd nach dem dritten stern
„Wir sind noch nicht satt“, stellte Dembélé klar. Das klang nicht nach PR, sondern nach Kampfansage. Der Kader bleibt jung, die Bank tief, und in Paris glaubt man langsam selbst an die Unmöglichkeit: drei Champions-League-Titel hintereinander. Eine Mannschaft, die erst vor fünf Jahren den ersten großen Titel feierte, schreibt jetzt Geschichte im Akkord.
Nächste Station: das Transferfenster. Aber das war an diesem Abend auf dem Court Philippe-Chatrier egal. Dort standen nur vier Fußballer, zwei Pokale und 15.000 Menschen, die vor Glück fast vergaßen, dass sie eigentlich wegen Tennis gekommen waren.
