Röhler: em-saison beginnt – aber euphorie hält der speerwerfer in schach!

Jena – Thomas Röhler, der deutsche Speerwurf-Star, hat die Saison mit einem beeindruckenden Ergebnis eröffnet: Er erfüllte beim Meeting in Nairobi Ende April die Norm für die bevorstehenden Europameisterschaften. Doch der Olympiasieger von 2016 mahnt zur Vorsicht und warnt vor übertriebener Begeisterung.

Ein kontrollierter wettbewerb und ein vielversprechendes signal

Der Wurf auf 83,33 Meter in Nairobi war nicht nur ein starkes Zeichen für Röhlers Form, sondern auch ein Beweis für die Früchte jahrelanger harter Arbeit. Nach vielen Verletzungen und Rückschlägen scheint sich der 34-Jährige endlich in einer stabilen Phase zu befinden. „Ich bin seit vielen, vielen Jahren das erste Mal wirklich in einer sehr langen, geradlinigen Phase verletzungsfrei geblieben“, erklärte Röhler im Interview mit Sport IM OSTEN. Dieser Umstand ermöglicht es ihm, seinen Trainingsplan konsequent umzusetzen und seine Leistung kontinuierlich zu verbessern.

Allerdings betonte Röhler, dass der Erfolg in Nairobi nur ein Zwischenschritt sei. „Es war ein kontrollierter Wettbewerb, es waren Okay-Bedingungen und ich war noch relativ langsam unterwegs“, so der Jenaer. Die eigentliche Vorbereitung auf die EM, die vom 10. bis 16. August in Birmingham stattfindet, beginnt erst Ende Mai und Juni. Dort wird es dann ernst.

Noch luft nach oben: röhler peilt 85 meter an

Noch luft nach oben: röhler peilt 85 meter an

Röhler ist überzeugt, dass in ihm noch deutlich mehr steckt. „Da geht definitiv noch was“, sagte er. Er arbeitet an seiner Technik und an der Steigerung seiner Wurfkraft. „Wenn dann die Technik stabil bleibt und der Körper so bleibt, wie er jetzt aktuell ist, dann ist es eigentlich eine sehr berechenbare Größe, dass der Speer auch noch zwei, drei Meter weiterfliegt.“ Sein Ziel für die EM ist klar: 85 Meter. Nur so kann er realistisch eine Medaille anpeilen.

Die Konkurrenz im Speerwurf ist heutzutage global sehr stark. Röhler weist darauf hin, dass im letzten Jahr bereits elf Nationen in einem WM-Finale vertreten waren. „Europa ist aktuell nicht das Superzentrum“, so der Athlet. Trotzdem blickt er optimistisch in die Zukunft und ist bereit, sich der Herausforderung zu stellen. Die Fans dürfen gespannt sein, was Röhler in Birmingham zeigen kann.

Die nächste Gelegenheit, Röhler in Aktion zu sehen, gibt es im Rahmen der EM-Vorbereitungen. Bis dahin wird er hart trainieren und sich auf seinen großen Auftritt konzentrieren. Die Leichtathletik-Szene hält den Atem an.