Rodrygo fällt sechs monate aus – real madrids wm-traum platzt

Real Madrid muss bis mindestens Oktober auf Rodrygo verzichten. Der Brasilianer zog sich im Stadtderby gegen Getafe einen kompletten Vorverkreuzbandriss plus Meniskusschaden im rechten Knie zu – und spielte trotzdem bis zum Abpfiff. Die Diagnose kam erst am Dienstagmorgen, zu spät, um weitere Schäden zu verhindern.

Die einwechslung wurde zur falle

Coach Carlo Ancelotti hatte seinen Flügelstürmer in der 55. Minute eingewechselt, um neue Impulse zu setzen. Drei Minuten später rutschte Rodrygo bei einer Sprintduell an der Seitenlinie aus, sein Knie drehte sich brutal nach innen. Er blieb liegen, schüttelte aber ab, stand wieder auf. Keiner ahnte, dass zwei Bänder bereits gerissen waren. Der 25-Jährige beendete die Partie mit lauem Lächeln – und konnte danach kaum mehr treten.

Im Krankenhaus La Zarzuela bestätigten MRT-Bilder das Worst-Case-Szenario: vorderes Kreuzband komplett, Außenmeniskus angerissen, innere Bandstrukturen ebenfalls betroffen. Die Operation steht noch diese Woche an, die Reha wird zwischen sechs und sieben Monate dauern. Für Rodrygo bedeutet das das Aus in Liga, Champions League und – bitterer noch – die WM in den USA, Mexiko und Kanada.

Brasilien verliert seinen wildcard-stürmer

Brasilien verliert seinen wildcard-stürmer

Für Seleção-Coach Dorival Junior bricht damit ein wichtiger Plan zusammen. Rodrygo galt als flexible Joker-Option auf beiden Flügeln, seine Tempodribblings und enge Ballmitnahme sind im Kader kaum zu ersetzen. Neymar fehlt ohnehin, Vinícius Junior läuft gerade erst seine Comeback-Runden – Brasiliens Offensive verliert ihr letztes verbliebenes As im Ärmel.

Bei Real Madrid wirbelt die Verletzung ebenfalls alles durcheinander. Ancelotti plante ursprünglich mit einem Top-Trio Bellingham – Vinícius – Rodrygo, nun muss er erneut umbauen. Joselu und Arda Güler rücken ins Blickfeld, Brahim Díaz bekommt zusätzliche Einsatzzeit. Doch keiner von ihnen vereint Dribbling, Pressing und Ballsicherheit so kompakt wie der Brasilianer.

Die Kostenexplosion ist enorm: Rodrygos Marktwert liegt bei 100 Millionen Euro, sein Jahresgehalt bei rund zwölf. Pro Spieltag, den er ausfällt, verliert Madrid TV-Präsenz, Trikotverkäufe und Sponsoring-Appeal. Der Klub wird die Reha auf Mallorca und in Valdebebas abwickeln lassen, begleitet von einem Team aus Physiotherapeuten, Athletik- und Mentalcoaches. Die sportliche Leitung um Butragueño erklärte, man werde „alle Ressourcen“ mobilisieren, „damit Rodrygo stärker zurückkommt“.

Die saison ist für ihn gelaufen – und vielleicht auch der traum vom ballon d

Die saison ist für ihn gelaufen – und vielleicht auch der traum vom ballon d'or

Rodrygo hatte sich 2026 eigentlich den Durchbruch zum Weltstar auf die Fahne geschrieben. Nach seinem Doppelpack gegen Chelsea und City in der Champions League 2024 galt er als Geheimtipp auf den Goldenen Ball. Die Verletzung wirft ihn nun zurück in eine Rehabilitation ohne Einsatzzeiten, ohne Tore, ohne Bühne. Selbst wenn er im Oktober zurückkehrt, fehlen ihm 30 Pflichtspiele, um in die Top-Form vorzustoßen.

Einzig positiv: das Alter. Mit 25 Jahren kann der Körper noch schnell regenerieren, die Technik bleibt. Wer ihn kennt, weiß, dass Rodrygo schon als Jugendlicher in Santos mit Rückschlägen kämpfte – und immer mit höherem Tempo zurückkehrte. Real Madrid hat deshalb den Vertrag bis 2029 verlängert, ein klares Bekenntnis. Die Frage ist nur, wie viel von der ursprünglichen Dynamik nach so einem Kniechaos übrig bleibt.

Für den Moment zählt eins: die Königlichen mühen sich durch eine Saison ohne einen ihrer Eckpfeiler. Die Fans werden wieder ein Lied über die unglückliche Verletzungspandemie singen. Und Rodrygo? Der sitzt in der Reha-Klinik, guckt seine Dribblings von 2024 in Dauerschleife und weiß: Die Uhr tickt – aber sie tickt nicht gegen ihn. Sie tickt für ein Comeback, das lauter werden soll als jedes Knieknacken.