Rodewald wirft hin: eilenburg sucht neuen trainer für den abstiegskampf

Kevin Rodewald geht. Der 34-Jährige verlässt den FC Eilenburg nach nur einer Saison – freiwillig, aber nicht frei von Druck. Der Regionalligist bestätigte am Dienstagabend, dass der Coach seinen Vertrag zum Saisonende auflöst. Der Klub stürzt, der Trainer springt ab.

Warum rodewald jetzt schon den rückzieher macht

Die Nordsachsen liegen mit 15 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Sieben Zähler fehlen zum rettenden Ufer, die meisten Nachholspiele sind schon verbraucht. Rodewald sagt, er wolle „Klarheit schaffen“. Gemeint ist: Er will nicht länger in der Zwickmühle zwischen Hoffen und Verzweifeln stehen. Der Schwabe hatte sich nach anderthalb Jahren Pause erst im Sommer in die Elbe-Elster-Region gewagt. Nun zieht er weiter – wohin, steht in den Sternen.

Die Verantwortlichen reagieren gelassen. „Trainerwechsel gehören zum Fußball dazu“, sagt Präsident Uwe Stark. Er glaubt nicht an einen Motivationsknick. Die Spieler, so Stark, würden „weiterhin alles reinwerfen“. Die Realität sieht anders aus: Am Samstag kommt Magdeburg II, drei Tage später Meuselwitz. Beide Spiele sind Endspiele. Ohne Punkte ist der Abstieg besiegelt.

Die stimmung im ilburg-stadion kippt

Die stimmung im ilburg-stadion kippt

Die Fans machen sich bereit für den Gang in die Oberliga. Die Kurve sang zuletzt „Kevin bleibt“ – vergeblich. Rodewald selbst war auf dem Rasen stets ein Ruhepol, aber die Ergebnisse blieben stumpf: nur zwei Siege aus den letzten 13 Partien, 41 Gegentore, die zweitschlechteste Offensive der Liga. Die Mannschaft wirkt ideenlos, wenn der Gegner früher drückt. Rodewalds Antwort: tiefes Block, lange Bälle, wenig Eigeninitiative. Nun fehlt auch noch die Autorität des Vertrauensvotums.

Die Suche nach einem Nachfolger läuft laut Klub „zeitnah“. Kandidaten? Noch kein Name durchgesickert. Die interne Lösung wäre Co-Trainer Toni Müller, der die U23 souverän führt. Ex-Profi Timo Rost wurde schon getestet, sagte aber ab. Die große Frage bleibt: Wer will in den Saison-Endspiel-Trümmern die Hand ins Feuer legen?

Am Ende bleibt ein fader Beigeschmack. Rodewald verlässt ein sinkendes Schiff – und nimmt mit, was an Hoffnung noch schwamm. Der Klassenerhalt wäre das perfekte Abschiedsgeschenk. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei 11,3 Prozent, laut Aufstiegsrechner der MDR-Data-Unit. Die Saison endet am 17. Mai. Bis dahin muss Eilenburg sieben Punkte aufholen – oder den Abstieg als Realität akzeptieren. Rodewald wird dann woanders stehen. Der FC Eilenburg vielleicht in der Oberliga. Die Trennung ist besiegelt, das Schicksal auch.