Ricci: vom nationalspieler zum kapitän – und jetzt?

Ein Karussell aus Höhen und Tiefen, ein Auf und Ab, das so manchen Fußballer zur Verzweiflung treibt: So könnte man die Karriere von Matteo Ricci zusammenfassen. Der zentrale Mittelfeldspieler steht vor einem Neuanfang, nach einer turbulenten Zeit bei Sampdoria, und blickt zurück auf eine Achterbahnfahrt, die ihn von der Nationalmannschaft in die zweite Liga führte – und wieder zurück.

Die bittere pille vom sommer 2021

Fünf Jahre sind vergangen, seitdem Matteo Ricci plötzlich freiwillig den Sprung ins Ungewisse wagte. Nach einer starken Saison mit Spezia und dem Ruf in die Nationalmannschaft unter Mancini schien sich die Welt für den jungen Mittelfeldspieler zu öffnen. Doch dann kam der Sommer 2021 – eine Gedächtnisfrage für den Spieler und den Markt. Klubs wie die Fiorentina und Bologna witterten ihre Chance, doch der Wechsel zögerte, und Ricci fand sich plötzlich ohne Verein wieder. Ein ungewöhnlicher Schritt, der ihn schließlich zum Frosinone in die Serie B führte, paradoxerweise nach seiner besten Saison.

“Es war wie eine kalte Dusche”, gesteht Ricci im Rückblick. “Ich kam von einer gewonnenen Meisterschaft in La Spezia, wir sicherten uns problemlos den Klassenerhalt. Ich hatte gute Leistungen gezeigt, war in Coverciano, und dann… nichts.” Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie machten es den Vereinen schwer, ihn ohne Ablöse zu verpflichten, doch der Aufschrei blieb. Ricci entschied sich, alles hinter sich zu lassen und neu anzufangen.

Sampdoria, die kapitänsbinde und ein ungewisses ende

Sampdoria, die kapitänsbinde und ein ungewisses ende

Von Frosinone ging es über Istanbul zur Sampdoria, wo Ricci sich über drei Jahre einen Namen machte und schließlich die Kapitänsbinde erhielt. “Ein unvergessliches Gefühl”, so Ricci über die Zeit in Genua. “Die Sampdoria hat ein fantastisches Publikum, und als Kapitän vor ihnen zu stehen, ist etwas Besonderes.” Doch die Saison war nicht einfach. Der Verein kämpfte um den Klassenerhalt, und es gab immer wieder Trainerwechsel – sieben insgesamt, sechs in den letzten zwei Jahren. Pirlo, der ihn bereits in Istanbul überzeugt hatte, holte ihn nach Genua, ein Zeichen seines Vertrauens in den Mittelfeldspieler.

“Ich habe die Stadt geliebt, aber es ist schade, dass wir nicht den Aufstieg geschafft haben”, bedauert Ricci. “Es gab immer wieder Umbrüche, aber ich bin dankbar für die Zeit dort.”

Die nächste herausforderung: was die zukunft bringt

Die nächste herausforderung: was die zukunft bringt

Nun steht Ricci vor einem neuen Kapitel. Der Vertrag in Genua läuft aus, und er ist wieder auf der Suche nach einem neuen Verein. “Ich bin ruhig, denn ich weiß, was ich kann”, sagt er selbstbewusst. “Ich habe die Sehnsucht, wieder in einem Verein zu spielen und eine Meisterschaft zu gewinnen.” Seine Vergangenheit ist geprägt von Höhen und Tiefen, von Erfolgen und Enttäuschungen. Luis Enrique, dessen Trainingseinheiten er als „unumstritten besten“ bezeichnet, lehrte ihn früh, schneller zu denken als der Gegner. Und auch die prägenden Figuren Pirlo und De Rossi haben ihn nachhaltig beeinflusst.

Ricci blickt optimistisch in die Zukunft, bereit für die nächste Herausforderung. Die Fußballwelt hält den Atem an, um zu sehen, wo der talentierte Mittelfeldspieler seine nächste Station findet – und ob er dort seine einstigen Ambitionen wieder neu entfachen kann. Denn eines ist klar: Matteo Ricci ist noch lange nicht am Ende seiner Reise.