Rhein-neckar löwen: punkte weg, anwalt ran – doping-panne schockt handball-bundesliga

32:30 gegen Lemgo – das war vor zehn Tagen noch ein Sieg. Jetzt ist er ein Albtraum. Die HBL strich den Löwen beide Punkte wegen eines Formalfehlers in der Anti-Doping-Dokumentation. Die Liga schreibt die Partie mit 0:2 und 0:0 Toren – und der Klub zieht sofort vor Gericht.

Kein unterschriebener vertrag, keine lizenz – so schnell kippt ein spiel

Der Vorwurf klingt bürokratisch, die Folgen sind massiv: Ein Spieler stand ohne unterzeichnete Anti-Doping-Schiedsvereinbarung auf dem Feld. Seit 1. Januar 2026 ist das Papier zwingend. Fehlt es, gilt die Begegnung als verloren. Die HBL wendete die Regel exakt so, wie sie geschrieben steht. Geschäftsführer Holger Bachert reagierte binnen Minuten: „Wir legen Einspruch beim DHB-Bundessportgericht ein.“

Die 2. Kammer muss nun prüfen, ob die Löwen fahrlässig handelten oder ob ein organisatorischer Blackout vorliegt. Ein Urteil steht noch aus, doch die Tabelle ist bereits neu gerechnet. Lemgo rutscht auf Platz 6, Mannheim fällt auf 8 – und der Abstand zu den Europapokal-Rängen schmilzt auf zwei Zähler.

Keine Proben-Manipulation, keine verbotenen Substanzen – nur eine fehlende Unterschrift. Dennoch brandmarkt die HBL den Vorfall als „Verstoß gegen die Integrität des Spiels“. Für Vereine ist das ein abschreckendes Signal: Compliance-Fehler werden künftig genauso hart bestraft wie Doping selbst.

Der nächste gegner riecht blut – und die fans rebellieren

Der nächste gegner riecht blut – und die fans rebellieren

Am kommenden Samstag gastieren die Löwen in Kiel. Die Zebras liegen zwei Punkte vor dem Titelverteidiger und werden die Unruhe im Lager der Badener gnadenlos ausnutzen. Tickets für die Partie waren binnen Stunden vergriffen, doch auf sozialen Medien mehren sich Aufrufe zu Protesten gegen die HBL-Entscheidung. Der Verein warnt bereits vor Plakaten mit diffamierenden Slogans – und droht mit Stadionverbot.

Intern arbeitet die Geschäftsstelle an einem neuen Melde-Workflow, um künftig die elektronische Signatur bereits am Vortag sicherzustellen. Eine kleine Maßnahme mit großer Signalwirkung: Ab sofort muss jede Spielerlizenz zweimal geprüft werden – analog und digital.

Die juristische Auseinandersetzung könnte Monate dauern. Gewinnt der Klub, behält er die Punkte; verliert er, droht ein zusätzliches Zahlungsurteil für Prozesskosten. Die HBL pocht auf Rechtsklarheit: „Die Regel ist seit Saisonbeginn bekannt, sie gilt für alle gleich.“

Für die Mannschaft von Trainer Niklas Landin bleibt nur eins: Siegen. Denn selbst wenn das Gericht die Löwen recht gibt – die Tabellenlücke wird nur durch neue Erfolge geschlossen. Und in der englischen Woche gegen Stuttgart und Berlin zählt ab jetzt jeder Ball doppelt.

Die Badener haben den Kampf um Europa also längst verloren – zumindest auf dem Papier. Auf dem Feld aber wollen sie beweisen, dass Punkte nicht durch Unterschriften, sondern durch Tore gewonnen werden. Die nächsten 60 Minuten in Kiel werden zeigen, ob diese Einstellung reicht, um die Saison doch noch zu retten.