Kopenhagen stürzt in die abstiegszone – delaney spricht von schande

Der dänische Rekordmeister FC Kopenhagen muss erstmals in die Abstiegsrunde der Superliga. Das 1:2 gegen Randers war der Höhepunkt eines Debakels, das Thomas Delaney in Grund und Boden schämen lässt. Die Fans pfeifen, TV-Experten reden von einem Skandal.

Die schuldfrage beantwortet sich von selbst

Delaney, 35, kam in der 63. Minute, wenn man Zeit hat, sich die Zahl zu merken. Drei Minuten später lag FCK erneut zurück. Sein Gesicht nach dem Abpfiff: aschfahl, zerknittert, als hätte jemand die letzten zehn Jahre aus ihm herausgepresst. „Verdammt noch mal in Grund und Boden“, sagte er und schlug die Hände vors Gesicht. Der Ex-Bundesligaprofi kennt Krisen, aber diese ist neu. Neun Niederlagen in 22 Spielen, Platz sieben – schlechter war der Klub zuletzt 1999/2000.

Youssoufa Moukoko, einst BVB-Talent, durfte 18 Mal ran. Drei Tore. In der Champions League fehlte ein Punkt fürs Weiterkommen. Jetzt fehlen zehn Punkte zum Abstieg. Silkeborg IF liegt dahinter, aber die Rechnung ist einfach: vier Siege aus den letzten sechs Spielen, und der FCK schlägt sich selbst aus der Schusslinie. Sonst wird es eng.

Der pokal bleibt als letzte rettung

Der pokal bleibt als letzte rettung

Am Samstag steht das Halbfinal-Rückspiel in Viborg an. Hinspiel: 2:1. Ein Titel würde das Jahr retten, zumindest die Europa-Quali sichern. Die Frage ist nur, ob die Mannschaft noch Moral hat, nachdem die eigenen Anhänger sie als „überbezahlt“ beschimpfen. „Ihr seid alle schuld – schämt euch!“, stand auf einem Banner. Trainer Jacob Neestrup nahm die Kritik an: „Es ist peinlich – und es ist verdient.“

Die Saison war ein Selbstbedienungsladen für Fehler. Hohe Gehälter, niedrige Leistung. Die sportliche Leitung schwieg, der Vorstand schwieg, nur die Fans schrien. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Auch ein Rekordmeister kann sich selbst absteigen. Die nächsten Wochen zeigen, ob er es auch will.