Reusser triumphiert: schweizerin dominiert vuelta a suiza!

Villars-sur-Ollon bebte gestern, als Marlen Reusser (Movistar) die Königsetappe der Vuelta a Suiza für sich entschied und ihren dritten Etappensieg in dieser Rundfahrt feierte. Ein Triumph, der nicht nur die Fans begeisterte, sondern auch die Frage aufwarf, wie lange noch eine Fahrerin in der Lage sein wird, eine Rundfahrt so dominant zu bestimmen.

Ein tag der enttäuschung für longo borghini

Ein tag der enttäuschung für longo borghini

Das Duell, das viele Fans erwarteten, zwischen Marlen Reusser und Elisa Longo Borghini, der amtierenden italienischen Champion, fand nicht in der Form statt, wie es sich alle erhofft hatten. Longo Borghini hatte einen rabenschwarzen Tag und landete sogar außerhalb des Podiums – ein Schock für die italienische Fahrerin und ihre Anhänger. Die Hitze, die über Villars-sur-Ollon lag, schien besonders ihre Kräfte zu zehren.

Doch Reusser, die sich in ihren eigenen Heimtönen bewies, nutzte ihre Chance. Zusammen mit Kasia Niewiadoma (Canyon) und Cédrine Kerbaol (EF Education) bildete sie das Quartett, das sich in den letzten Kilometern des anspruchsvollen Anstiegs zur Zielankunft absetzte. Die Spannung war förmlich greifbar, während die Favoritinnen sich an die Spitze kämpften.

Die Entscheidung fiel früh: Mit einem überraschenden Angriff nur 600 Meter vor dem Ziel spurtete Reusser los und ließ ihre Konkurrentinnen im Staub zurück. Ihre Zeit von 3 Stunden, 7 Minuten und 20 Sekunden bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 32,3 km/h unterstreicht ihre außergewöhnliche Leistung. Kerbaol und Niewiadoma folgten mit einem Abstand von sieben Sekunden, was sich auch im Endergebnis der Rundfahrt widerspiegelte.

Ein bitteres Nachspiel für Longo Borghini: Die italienische Fahrerin erreichte das Ziel erst mit einem Rückstand von zehn Minuten – eine der größten Enttäuschungen ihrer Karriere. Die beiden Anstiege zum Col de la Croix, die bereits eine Selektion unter den Fahrerinnen vollzogen, hatten ihren Tribut gefordert. Der finale, elf Kilometer lange Anstieg war dann der endgültige Sargnagel für ihre Hoffnungen.

Reusser, die 34-jährige Fahrerin aus Jegenstorf, schrieb mit ihrem dritten Sieg in dieser Vuelta a Suiza Geschichte. Die vierfache Europameisterin und Weltmeisterin im Einzelzeitfahren ließ keinerlei Zweifel an ihrer Überlegenheit aufkommen. Ihr Auftritt ist ein klares Signal an die Konkurrenz im Hinblick auf ihre nächste große Herausforderung: die Tour de France, das ultimative Ziel ihrer Saison.