Reusser dominiert zeitfahren: tour de suisse women nimmt wendung!
Aarburg bebte gestern, als Marlen Reusser (Movistar) im Einzelzeitfahren der Tour de Suisse Women eine beeindruckende Vorstellung ablieferte. Nicht nur sicherte sie sich den Etappensieg, sondern katapultierte sich mit einer starken Leistung auch an die Spitze der Gesamtklassement.
Die zeitfahrkönigin sticht hervor
Nach schwierigen ersten Tagen für das Movistar-Team zeigte Reusser eine Reaktion, die ihresgleichen sucht. Auf der 23,8 Kilometer langen Strecke in Aarburg fuhr sie in einer Zeit von 29:36 Minuten und ließ damit die Konkurrenz hinter sich. Elf Sekunden Rückstand hatte Zoe Bäckstedt (Canyon – SRAM), die britische U23-Zeitfahrweltmeisterin, auf die Schweizerin. Die Hitze von fast 30 Grad machte das Rennen zu einer echten Tortur, wie Bäckstedt im Anschluss betonte: „Es war die ganze Zeit raus aus der Kurve, beschleunigen, übers Limit gehen und dann wieder runter.“
Franziska Koch (FDJ United – Suez), die deutsche Straßenmeisterin, zeigte ebenfalls eine starke Leistung und landete auf dem vierten Platz, nur eine Minute hinter Reusser. Elisa Longo Borghini (UAE – ADQ), die ehemalige Führende, musste sich mit einem Rückstand von 1:04 Minuten begnügen und gab damit die Gesamtführung ab. Die Italienerin wird nun eine schwere Aufgabe haben, die Führung am morgigen Bergetappen zurückzugewinnen.
Die Gesamtwertung vor der entscheidenden Etappe: Reusser führt mit einem Vorsprung von zehn Sekunden vor Longo Borghini. Cédrine Kerbaol (EF Education – Oatly) liegt bereits 1:20 Minuten zurück. Ricarda Bauernfeind (Lidl – Trek) verbesserte sich auf den zehnten Platz.

Reussers siegesgefühl und die herausforderungen des morgigen tages
„Es war sehr hart, wirklich sehr, sehr hart“, gestand Reusser nach ihrem vierten Tageserfolg bei der Tour de Suisse. „Ich bin von Anfang an Vollgas gefahren und habe sehr gelitten. Man fährt schnell, aber man weiß nicht, ob die anderen schneller sind.“ Die 34-Jährige sieht die morgige Bergetappe rund um Villars-sur-Ollon als eine „außergewöhnlich harte“ Herausforderung, bei der „ein einziger schwacher Moment die gesamte Gesamtwertung verändern“ kann. Die steilen Anstiege und die anspruchsvolle Strecke werden ein Nervenkitzel für alle Fahrerinnen sein.
Während Reusser sich auf den entscheidenden Tag vorbereitet, kann Bäckstedt sich etwas zurückhalten. Die Strapazen des Zeitfahrens, kombiniert mit der Hitze, haben an ihren Kräften gekostet. Doch ihre Leistung zeigt, dass sie zu den aufstrebenden Talenten im Radsport gehört.
Die Tour de Suisse Women liefert weiterhin spannende Rennen und unerwartete Wendungen. Die Konkurrenz ist groß, und die Entscheidung um den Gesamtsieg wird bis zum Schluss offen bleiben. Die Fans dürfen sich auf eine dramatische Schlusszahlung freuen.
