Renzo rosso feiert aufstieg mit 4000 nachwuchsspielern und fordert italien heraus
Renzo Rosso hat soeben bewiesen, dass Mode und Fußball nicht nur Laufstege verbinden. Der Modediesel und Vicenza-Eigentümer feierte den Aufstieg in die Serie B – und legte sofort den Finger in die italienische Wunde: 4.000 Kinder aus der Provinz stehen bei ihm im Kader, während die A-Nationalmannschaft vor den Playoffs um Katar zittert.
Rosso attackiert: „zu viele ausländer, keine identität“
„Ich kenne die Namen der aktuellen Spieler nicht mehr“, sagt er im Gespräch mit der Gazzetta. „Wo ist der Stolz? Wo die Liebe?“ Sein Rezept: keine Primadonnen, stattdessen eigene Talente, die mit dem Stadtteil verwurzelt sind. Sechs Akteure aus dem eigenen Nachwuchs standen in der Startformation, sieben sind in Juniorennationalmannschaften. Investition: 1,5 Millionen Euro pro Jahr für die Akademie.
Das Projekt begann 2018. Die Vereine der Provinz schicken ihre Besten nach Vicenza, Rosso zahlt Prämien und bietet Schulungen an – analog zu seiner Modedynastie. „Wir verhindern Spielsucht und Straßenkriminalität. Männer machen den Unterschied, nicht Teams“, betont er.

Stadien statt laufstege – und ein neues menti bereits in der schublade
Der 73-Jährige will künftig auch fremdes Kapital einfließen lassen. „Lokale Unternehmer plus internationale Investoren – das ergibt den perfekten Mix“, fordert er. Den Spielern versprach er Michelle Hunziker als Weihnachts-Gast. Die standhafteste Ovation gab es dennoch für die Retro-Trikot-Gala: „120 Jahre Club, ich designte das Shirt, Fans beschimpften mich zuerst, dann kauften sie es leer.“
Unter der Südkurve ließ er sich nach dem 2:0 durch Stuckler das erste Mal blicken. Trainer Fabio Gallo hob ihn hoch, Sohn Stefano drückte ihn fest. „Eine Träne ist runter“, gesteht Rosso. „In meiner Karriere als Unternehmer zählt dieser Moment ganz vorne.“
Und wenn der AC Mailand noch den Titel holt? „Schade wegen der Lazio-Pleite, aber es ist nicht vorbei.“ Für Rosso ist klar: Vicenza bleibt un Sozialprojekt, die Serie B nur eine Etappe. Die nächste Saison beginnt heute – und mit ihr der Kampf gegen italienisches Selbstverständnis.
