Reitz weg, castrop steigt auf: gladbach plant führungswechsel im mittelfeld
Borussia Mönchengladbach hat sich von einem langjährigen Leistungsträger verabschiedet, während gleichzeitig die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Der Abgang von Rocco Reitz zu RB Leipzig für über 20 Millionen Euro ist offiziell besiegelt, und der Fokus liegt nun auf der Integration von Jens Castrop als neue Schaltzentrale im Mittelfeld. Ein Abschiedsspiel für Reitz, eigentlich für den letzten Spieltag vorgesehen, wird nachgeholt – ein Zeichen des Respekts für eine Ära, die zu Ende geht.
Castrop übernimmt verantwortung: mehr als nur eine neue position
Jens Castrop, der bereits im vergangenen Sommer für 4,5 Millionen Euro vom 1. FC Nürnberg engagiert wurde, soll nun die Rolle des neuen Mittelfeldchefs übernehmen. Seine Entwicklung in den letzten Wochen, untermauert durch drei Saisontore und eine Vorlage, hat seinen Marktwert von sechs auf stolze zehn Millionen Euro katapultiert. Der 22-jährige Profi selbst äußert sich in Sport BILD entschlossen: „Mein Ziel ist es, noch deutlich mehr Verantwortung zu übernehmen.“
Castrop ist kein Spieler, der sich mit einfachen Rollen zufrieden gibt. In der vergangenen Saison wurde er flexibel auf verschiedenen Positionen eingesetzt – im zentralen und offensiven Mittelfeld, auf den Außenbahnen und sogar als Schienenspieler. Langfristig sieht er sich jedoch im Zentrum, wo er den größten Einfluss auf das Spiel nehmen kann. „Aktuell fühle ich mich ganz wohl auf der Seite. Ich warte ab, was der Coach in Zukunft plant. Ich glaube, langfristig liegt mir die Position im Mittelfeld noch etwas besser“, so Castrop.
Neben seiner taktischen Vielseitigkeit wird Castrop auch eine Führungsrolle in der Kabine übernehmen. Er teilt mit seinem ehemaligen Trainer Miroslav Klose in Nürnberg ähnliche Werte wie Reitz: Fleiß, Aggressivität und Bissigkeit. „Wir stecken oft die Köpfe zusammen und sind ähnlicher Meinung“, erklärt Castrop. Seine Bereitschaft, auch mal Klartext zu reden, wenn im Training die Konzentration nachlässt, zeugt von einem Charakter, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. „Teilweise sind wir eine sehr liebe Mannschaft. Wir brauchen vielleicht den einen oder anderen Spieler mehr, der die anderen auch in schlechten Phasen mal mitziehen kann.“

Leopold als zusätzliche leader-qualität
Um die Reitz-Lücke zu schließen und den Konkurrenzkampf anzukurbeln, hat Sport-Boss Rouven Schröder den Kapitän von Hannover 96, Enzo Leopold, ablösefrei verpflichtet. Der 25-Jährige bringt ebenfalls Leader-Qualitäten mit, was die Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft für Gladbach weiter erhöht. Castrops Ambitionen, sich auch bei der WM mit Südkorea (durch seine Mutter) zu beweisen – „Unser Anspruch ist es, mindestens die K.o.-Phase zu erreichen“ – unterstreichen sein gesteigertes Selbstvertrauen. Gladbach setzt auf eine junge, hungrige Mannschaft, die bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und neue Erfolge zu feiern.
