Reitz wechselt zu rb leipzig – gladbach kassiert 20 millionen euro
Rocco Reitz zieht es weg vom Niederrhein. Der 23-jährige Vize-Kapitän von Borussia Mönchengladbach wechselt zur Saison 2026/27 zu RB Leipzig. Die Klubs bestätigten den Transfer am Sonntag. Für die Fohlen bedeutet das eine Abrechnung mit der eigenen DNA – und eine dicke Kasse.
Der eigene jung wechselt zum konkurrenten
Reitz war kein beliebiger Profi. Geboren in Mönchengladbach, ausgebildet im Vereinsinternat, geboren für die Borussia. 96 Pflichtspiele, acht Tore, sieben Vorlagen – und immer wieder die Binde am Arm, wenn Kapitän Jonas Omlin fehlte. Nun trägt er künftig Rot statt Grün-Weiß. Der Mittelfeldspieler unterschrieb in Leipzig bis 2031. Die Ablöse: 20 Millionen Euro fix, plus bis zu drei Millionen an Boni. Sky hatte als Erster die Summe bestätigt.
Für Gladbach ist das ein Verlust, der weh tut. Reitz galt als Identifikationsfigur, als Brücke zwischen Trainer und Kabine. Seine Leihe zu St. Truiden 2021/22 hatte ihm Spielfreude zurückgegeben, die Rückkehr Selbstbewusstsein. In dieser Saison lief er 27-mal in der Bundesliga auf – nur gegen St. Pauli saß er gesperrt auf der Tribüne. Jetzt sitzt er künftig in der Kabine von Marco Rose.

Die logik hinter dem deal
Leipzig sucht seit Monaten einen dynamischen Achter, der Ballsicherheit und Pressingresistenz vereint. Reitz bringt beides mit. Bei RB bekommt er Champions-League-Fußball, Top-Voraussetzungen – und ein Gehalt, das Gladbach nicht halbwegs mitgehen kann. Für die Borussia wiederum ist der Deal ein finanzieller Hebel. Sportdirektor Roland Virkus kann den Kader neu justieren, ohne auf die Einnahmen der Europa-League-Quali angewiesen zu sein.
Die Fans reagieren gespalten. Auf Twitter kursieren Videos, in denen Reitz nach dem 2:0 gegen St. Pauli noch mit Anhängern jubelte – nur Stunden später die Trennung. „Verräter“-Rufe mischen sich mit „Danke für alles“. Die Wahrheit: Reitz nutzt eine Ausstiegsklausel, die Gladbach selbst eingebaut hatte. Der Klub wollte ihn langfristig binden, öffnete dabei aber die Tür für diesen Moment.
Die Personalie wirft Fragen auf: Wer übernimmt künftig die Führung in der Mitte? Julian Weigl ist gesetzt, aber nicht unumstritten. Florian Neuhaus kämpft um Form. Und die Jugend? Mit Lukas Ullrich und Rocco Reitz verlieren die Fohlen in zwölf Monaten zwei Leitwölfe. Das Geld brennt in der Tasche – doch es kann keine Identität ersetzen.
Reitz selbst schwieg bislang. Sein letztes Instagram-Posting: ein Fingerschnippser nach dem Sieg gegen St. Pauli. Die Botschaft war klar: Er genoss den Moment. Nun beginnt für ihn ein neues Kapitel – und für Gladbach die Suche nach dem nächsten Eigengewächs, das die Lücke füllt. Die 20 Millionen sind da. Die Frage ist nur: Was kostet der nächste Rocco Reitz?
