Hoffenheim schafft nur 1:1 gegen wolfsburg – ilzer hadert mit schiri und kopf
Die TSG Hoffenheim schwimmt weiter im Tiefschlamm der letzten Meter. Nach dem 0:1 gegen St. Pauli folgte nun das 1:1 gegen den VfL Wolfsburg – und wieder bleibt der Geschmack von Gelegenheit vertan. Trainer Christian Ilzer schüttelt den Kopf, schiebt die Schuld nicht nur beim Schiedsrichter an, sondern spürt eine Mannschaft, die sich selbst im Weg steht.
Elfmeter? ilzer sieht klar foul an touré
Die 82. Minute. Bazou Touré tankt sich in den Strafraum, Lindström trifft ihn an der Ferse. Ilzer sieht Elfmeter, Schiri Sören Storks pfeift weiter. „Er tritt Bazou auf die rechte Ferse, das hätte uns geholfen“, hadert der Österreicher. Die Bilder liegen inzwischen im Netz, Fans diskutieren, Medien sprechen von „glasklar“. Doch der Schiri bleibt stur – und Hoffenheim bleibt auf Platz sieben.
Die TSG dominiert mit 69 % Ballbesitz, schiebt Wolfsburg in die eigene Hälfte, findet aber kaum Lücken. Grischa Prömel trifft zwar in der 88. Minute zum Ausgleich, doch die Freude hält nur Sekunden. „Wir hätten früher einschießen müssen“, sagt Prömel. „Ein frühes Tor gegen einen tiefen Block verändert alles.“

Ilzers lehre: der kopf ist das spannendste organ
Ilzer redet nicht vom Pech. Er redet vom Kopf. „Der Kopf ist das aller spannendste Thema“, sagt er und meint damit die Angst, die Nervosität, das Zögern im letzten Drittel. „Einen tiefen Block zu bespielen ist eine der größten Künste“, erklärt er, „das zeichnet die ganz großen Mannschaften aus.“ Seine TSG ist noch nicht groß, sondern gerade groß genug, um sich selbst zu blockieren.
Die Erwartungshaltung ist gewachsen. Die Fans sprechen von Champions League, die Tabelle verheißt Platz vier, doch der Blick nach unten ist klar: Nur vier Punkte trennen Hoffenheim vom Europa-League-Risiko. „Wir wissen, woher wir kommen“, sagt Ilzer. „Wer hätte vor der Saison gedacht, dass wir gegen Wolfsburg mit 70 % Ballbesitz spielen?“ Die Antwort lautet: niemand. Aber das reicht nicht mehr.

Siebter platz? keiner wird sich erinnern
Ilzer verbannt jeden Gedanken an Selbstmitleid. „Einen siebten oder achten Platz wird keiner erinnern“, sagt er. „Wir müssen jetzt nicht wie eine Katze versuchen, uns in den eigenen Schwanz zu beißen.“ Stattdessen fordert er „noch schärferes Gegenpressing“ und „unvorhersehbare Momente“. Die Mannschaft soll wieder mutiger werden, sich trauen, Risiko zu spielen – auch wenn das Risiko jetzt heißt, den Anschluss nach oben zu verlieren.
Am Samstag geht’s nach Freiburg. Dort wartet erneut ein Gegner, der sich nicht weit öffnet. Ilzer hat seine Lehre gezogen: „Wir müssen die Balance aus Lockerheit und Aggressivität finden.“ Sonst bleibt nur der siebte Platz – und der zählt am Ende nichts, wenn der Frust im Kopf sitzt.
