Napoli wird zur hochburg der segel-elite: 211 top-yachten kämpfen im mittelmeer

Kurz vor der America’s Cup ballert das Mittelmeer einmal mehr die Klasse-A-Trommel: Vom 8. bis 28. Mai 2026 verwandelt sich die Bucht von Neapel in ein 150-Meilen-Revier, auf dem Olympia-Champions, Milliardäre und Traditionskapitäne um drei Titel auf einen Streich segeln. 211 gemeldete Boote – Rekord – bestätigen, dass die Tre Golfi Sailing Week längst keine regionale Regatta mehr ist, sondern der neue Fixstern der europäischen Saison.

Wm, klassiker und maxi-em verschmelzen zu einem megaevent

Organisiert vom Circolo del Remo e della Vela Italia gemeinsam mit Yacht Club Italiano und Reale Yacht Club Canottieri Savoia, vereint die Woche drei Premieren: die ORC-Weltmeisterschaft, die 71. Tre Golfi – älteste Distanzregatta Italiens – sowie die IMA Maxi European Championship. Ergebnis ist ein Drei-Phasen-Marathon: offshore rund um Ponza und die Li-Galli-Inseln, anschließend kostengünstige Küstenkurse vor Sorrent, alles unter der Lupe von Rolex und Loro Piana als Partner.

Die Zahlen sind schon jetzt ein Schlag in die Magengrube der Konkurrenzveranstalter: 107 ORC-Yachten aus 20 Nationen, 27 Maxis mit 100-Fuß-Kolossen und sieben Multihulls. Die ORC-Weltmeister werden zwischen dem 8. und 14. Mai ermittelt, bevor am 22. Mai die Maxi-Flotte ihre 150-Meilen-Generalprobe startet und anschließend vom 25. bis 28. Mai in Sorrent die EM-Titel vergeben werden.

Italiens hoffnungsträger: lombardi stronatis django und onoratos mascalzone latino

Italiens hoffnungsträger: lombardi stronatis django und onoratos mascalzone latino

In der ORC-Klasse A dürften sich die Swan 45 die Klinke in die Hand geben, doch das Auge der Tifosi ruht auf Gianni Di Vincenzos Ker 45 Lisa R. Klasse 1 verspricht ein Duell unter Geschwistern: Giovanni Lombardi Stronatis Django und Roberto Cortes RocketNikka beide Wally-Rocket-51-Designs, beide frisch gechartert, beide mit Admiral’s-Cup-Erfahrung. In der B-Flotte schickt Vincenzo Onorato sein legendäres Farr 40 Mascalzone Latino ins Rennen, muss sich aber gegen Vorjahressieger WB IX und den Grand Soleil 43 Athyris&Co behaupten.

Die C-Klasse birgt das schönste Märchen: 50 Jahre nach seinem ersten Sieg kehrt der klassischeResolute Salmonzurück – ein Holz-Vertreter gegen Carbon-Renner, der bei Handicap-Wertung durchaus mithalten kann.

Jones’ magic carpet und die maxi-giganten: geld allein reicht nicht

Jones’ magic carpet und die maxi-giganten: geld allein reicht nicht

Wer denkt, Reichtum segelt automatisch aufs Podest, wird im Maxi-Feld eines Besseren belehrt. Sir Lindsay Owen-Jones stampft mit Magic Carpet E, einem 100-Fuß-Geheimprojekt von Ferrari-Hypersail-Designer Guillaume Verdier, vor Anker, doch auch Leopard 3, Bellamente und Titelverteidigerin Galateia aus den Cayman Islands haben den Anspruch, die Italiener zu schlagen. Alessandro Del Bono setzt mit Capricorno, Alessandro Michele mit H2O und Pigi Loro Pianas My Song auf Heimvorteil – ein Klasse-Feld, das selbst der launische Wind Gott Äolus respektieren dürfte.

Die Bilanz ist längst klar: Neapel bekommt drei Wochen lang das, was sonst nur Monaco oder Porto Cervo bieten – nur authentischer, lauter, leidenschaftlicher. Und während die einen noch über Startzeiten rätseln, haben die 2.000 Segler längst ihre Taktik verraten: Vollgas bis zur nächsten Insel, dann schauen, wer noch Ballast mitbringt. Die Tre Golfi 2026 ist kein Schaulaufen mehr, sondern der neue Maßstab für alle, die meinen, Regattasport sei ein Sommerhobby.