Italiens pokalfight: bosnien wartet mit offenem visier

Die Azzurri Reisen nach Zenica, um ein Feuer zu löschen, das sie selbst entfacht haben. Die strafversetzte Grinzen von Dimarco, Esposito und Vicario nach dem Bosnien-Los rollt noch immer durch soziale Netzwerke – und serviert den Drachen am Dienstag Extrabrennstoff.

Warum das rückspiel trotz 9.000 zuschauern kein selbstläufer wird

Warum das rückspiel trotz 9.000 zuschauern kein selbstläufer wird

Stadion Bilino Polje, 9.000 Plätze, dazu eine FIFA-Strafreduktion: klingt nach Trainingsspiel. Doch die Zahl täuscht. 2019 und 2020 gewann Italien hier zwar 3:0 und 2:0, aber beide Spiele fanden vor leeren Rängen statt. Am Dienstag kocht die Arena. Bosnien hat seit März 2023 nur gegen Insel- und Mikrostaaten gewonnen – das macht den Stolz umso brisanter.

Die FIFA-Weltrangliste? Ach, die. Wales (35.) ist nach der Niederlage gegen Bosnien (71.) tatsächlich tiefer abgestürzt. Was zählt, ist das K.o.-Duell. Und da hat Barbarez’ Schar alles außer Respekt verloren. Kein Ex-Jugoslawien? Richtig. Aber Dzeko, Gvardiol und Co. sind erfahrene Champions-League-Schläger, nicht Kreisliga.

Die Italiener haben dem Gegner Motivation geschenkt – versehentlich, aber effektiv. „Wir haben sie verärgert, das ist klar“, sagte ein Betreuer gestern Abend in Coverciano. Spalletti trainierte den Gefühlsaufschlag ein, doch Worte löschen keine Bilder. Das Video der gejubelten Lostrommel kursiert in Sarajewo loopartig.

Cardiff hätte 40.000 walisische Trommler geboten. Zenica bietet 9.000, dafür aber eine Enge, in der sich jedes Foulamplifiziert. Italien kennt die Rechnung: Wer früh trifft, spielt mit dem Rückenwind der erzwungenen Ruhe. Wer hintenliegt, erntet Pfeifkonzert, das sich bis nach Rom trägt.

Die Statistik lügt nicht: Seit 2023 hat Bosnien nur gegen Teams unter Top-50 gewonnen. Italien ist Top-10. Theorie erledigt. Praxis beginnt um 20:45 Uhr. Spalletti wird seine Startelf bis zuletzt geheim halten, doch die Botschaft ist klar: kein Zurück, kein Pardon, kein Spaß.

Die Drachen warten mit offenem Visier. Die Azzurri haben das Streichholz gezündet. Jetzt müssen sie das Feuer löschen – oder es verzehrt sie vor neuntausend lauten Feinden und Millionen Zuschauern daheim. Wer in Zenica zögert, fliegt. Punkt.