Reis: türkische liga reizt – bundesliga priorität!

Thomas Reis, der Ex-Trainer von Samsunspor, hat in einem exklusiven Gespräch mit Sport BILD seine Zukunftspläne offenbart. Nach dem überraschenden Rauswurf in der Türkei hält der 52-Jährige eine Rückkehr in den türkischen Fußball für möglich, betont aber seine Präferenz für eine neue Herausforderung in Deutschland.

Istanbul lockt, bochum schmerzt noch

Die türkische Liga mit ihren fanatischen Anhängern und ausverkauften Stadien übt weiterhin eine Anziehungskraft auf Reis aus. Ein Engagement bei einem der Top-Klubs aus Istanbul – Galatasaray, Fenerbahçe oder Besiktas – würde ihm „großartig“ erscheinen. Doch bevor er erneut ins Abenteuer Türkei zieht, liegt der Fokus auf einer Bundesliga-Rückkehr. Auch die zweite Liga kommt für den erfahrenen Coach in Frage, sofern die Rahmenbedingungen stimmen. Er erinnert sich dabei an seine Zeit in Bochum, wo er trotz schwieriger Ausgangslage eine beeindruckende Entwicklung hinlegte.

Das Ende seiner Zeit in Samsunspor hinterlässt jedoch noch einen bitteren Nachgeschmack. Die Entlassung, ohne vorherige Kommunikation, kurz nach einer Auswärtsniederlage, empfindet Reis als „keinen würdevollen Umgang“. Besonders schmerzhaft sei das Aus beim VfL Bochum gewesen, wo er zuvor als Spieler und Trainer eng verbunden war. „Trennungen sind nie schön“, so Reis, „aber das Aus in Bochum war vielleicht das Schlimmste.“

Mehr als nur fußball: reis

Mehr als nur fußball: reis' soziales engagement

Reis’ Zeit in der Türkei war geprägt von mehr als nur sportlichen Aspekten. Er engagierte sich stark für ein Heim für Kinder ohne Eltern in der Nähe von Samsun und unterstützte die Einrichtung regelmäßig mit Süßigkeiten und Spielstunden. Ein besonderer Moment bleibt ihm in Erinnerung, als ihm ein Straßenhändler einen gegrillten Maiskolben schenken wollte – ein Zeichen der herzlichen Gastfreundschaft, die Reis in der Türkei erfahren hat.

„Die Menschen in der Türkei haben mir so viel gegeben“, betonte Reis, „deshalb war es mir eine Herzensangelegenheit, mich voll einzubringen und etwas zurückzugeben.“ Er zeigte sich beeindruckt von der Einheit, die während der Nationalhymne im Stadion herrschte – ein Moment, der ihm „richtig entgegengefiebert“ hat.

Auch wenn seine Zeit bei Samsunspor abrupt endete, hat Reis wertvolle Erfahrungen gesammelt und seine Prinzipien bekräftigt. In Zukunft wird er bei der Wahl seines nächsten Vereins auf eine klare Kommunikation und die Möglichkeit, sein Trainerteam selbst zu bestimmen, großen Wert legen. Er will sich nicht in seine Arbeit reinreden lassen und setzt auf Vertraute, die ihm auch mal die Wahrheit sagen – auch wenn sie unangenehm ist. Die Zuneigung der türkischen Fans wird er jedoch so schnell nicht vergessen, denn sie zeigt, dass seine Arbeit und sein Respekt für das Land geschätzt wurden.