Regionalliga bayern: machtspiel gefährdet reform

Ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich für eine zukunftsfähige Regionalliga Bayern einsetzen: Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat mit einer überraschenden Öffentlichkeitsmeldung die mühsam aufgearbeiteten Reformbemühungen ins Wanken gebracht. Jan Mauer, Redakteur beim Kicker, sieht in dieser Entwicklung einen Rückschritt, der die dringend notwendige Modernisierung gefährdet.

Ein konsens in der mühle

Ein konsens in der mühle

Die Situation ist frustrierend: Vertreter Bayerns sitzen gemeinsam mit ihren Kollegen aus den anderen vier Regionalligen in einer Arbeitsgruppe, die den schwierigen Spagat zwischen verschiedenen Interessen meistern soll. Nach intensiven Diskussionen und Kompromissen wurden schließlich zwei Modelle ausgearbeitet, die als Konsens galten und zur Abstimmung an die Vereine gehen sollten. Ein Fortschritt, der jedoch nun durch das unbedachte Handeln des BFV zunichte gemacht wird.

Denn der Verband präsentiert nun plötzlich ein eigenes Modell und eine eigene Arbeitsgruppe. Regionale Arbeitsgruppe folgt auf überregionale Arbeitsgruppe – ein endloser Kreislauf, der Zeit und Ressourcen verschwendet. Dabei hätten die bayerischen Vertreter innerhalb der vom DFB eingesetzten Arbeitsgruppe ausreichend Gelegenheiten gehabt, ihre Vorstellungen zu präsentieren und zu verteidigen. Offenbar war dies jedoch nicht erfolgreich genug, sodass nun dieser beispiellose Schritt gewagt wird.

Die Frage ist nicht, ob der BFV eine eigene Vision hat, sondern ob er bereit ist, im Sinne des gesamten bayerischen Fußballs zusammenzuarbeiten. Denn das Scheitern der Reform wäre eine Katastrophe für die gesamte Regionalliga Bayern und würde die Entwicklung des bayerischen Fußballs insgesamt behindern.

Es ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Partikularinteressen und Machtkämpfe immer noch die Oberhand gewinnen und die Notwendigkeit einer überfälligen Reform in den Hintergrund drängen. Wenn diese Entwicklung so weitergeht, ist das Scheitern vorprogrammiert – und der bayerische Fußball wird die Zeche dafür zahlen müssen.

Die Entscheidung des BFV ist nicht nur ein sportpolitisches Manöver, sondern ein Signal an die Vereine und Fans: Ist der Verband wirklich an einer Verbesserung des Wettbewerbs interessiert oder geht es ihm nur um die Durchsetzung eigener Interessen? Die Antwort auf diese Frage wird die Zukunft der Regionalliga Bayern maßgeblich beeinflussen.