Real-stars spielen eigenregie: mcmanaman schockt mit machtverhältnissen

Madrid – Der FC Bayern hat den Real Madrid aus der Champions League geworfen, und die Reaktionen der Experten lassen nicht lange auf sich warten. Steve McManaman, der zwischen 1999 und 2003 selbst im weißen Trikot spielte, äußerte sich bei TNT Sports äußerst kritisch über die Machtverhältnisse im Bernabéu. Seine These: Die Spieler, nicht die Trainer, sind die eigentlichen Chefs im spanischen Hauptstadtklub.

Die spieler diktieren die marschroute

Die spieler diktieren die marschroute

„Die Spieler haben enorme Macht. Das ist der springende Punkt“, erklärte der ehemalige englische Nationalspieler. Er zog Parallelen zu anderen Top-Klubs: „Arne Slot ist der Boss beim Liverpool, Pep Guardiola beim Manchester City… Im Real Madrid sind es die Spieler.“ Diese Aussage wirft ein Schlaglicht auf eine mögliche Schwäche des Vereins, die sich gegen Bayern offenbar in fataler Weise auswirkte.

McManaman, der seine Karriere ebenfalls bei Liverpool, Manchester City und in der Nationalmannschaft verbrachte, betonte, dass die Interpretation der taktischen Anweisungen durch die Spieler oft von dem abweicht, was der Trainer vorsieht. „Der Trainer sagt ihnen, wie sie spielen sollen, und dann spielen sie ganz anders. Das war schon immer so.“ Ein Teufelskreis, der dem Verein schaden kann.

Doch wie findet man den Ausgleich? McManaman plädierte für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen strenger Führung und der Förderung des Teamgeists. „Der Trainer muss eine Mischung aus Genie und Überzeugungskraft sein. Er muss aber auch in der Lage sein, die Spieler zu umarmen und ihnen das Gefühl zu geben, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Das Training muss Spaß machen, man kann sie nicht mit zu viel Taktik und Videosessions langweilen. Das ist ein schmaler Grat zwischen Glück und Leistung.“

Er nannte Carlo Ancelotti und Vicente del Bosque als Beispiele für Trainer, die diesen Grat gemeistert haben. „Andere Trainer waren zu lautstark und wurden gefeuert.“ Ein klarer Hinweis darauf, dass eine ruhige und respektvolle Führung oft erfolgreicher ist.

Im Falle von Xabi Alonso und Bayer Leverkusen schien die Rechnung anders zu laufen. „Ich glaube nicht, dass Xabi ein Schreihals ist, aber er wollte seine Spielidee umsetzen, und die Spieler haben sie nicht mitgetragen.“ Hier zeigt sich eine Diskrepanz zwischen dem Willen des Trainers und der Umsetzung auf dem Platz, die letztlich zum Scheitern führen kann. Die Macht der Spieler im Real Madrid scheint ein Problem zu sein, das tief in der Vereinsstruktur verwurzelt ist.

Die Worte McManamans sind ein Weckruf für den Real Madrid. Denn die Faszination des Fußballs liegt eben nicht nur in taktischen Feinheiten, sondern auch in der Leidenschaft und dem Zusammenhalt der Mannschaft – und das beginnt mit einer Führung, die die Spieler nicht nur kontrolliert, sondern auch inspiriert.