Real madrid zerreißt hapoel tel aviv und jagt fenerbahce
Madrid schickt eine Warnung nach Istanbul. Mit dem 92:83 gegen Hapoel Tel Aviv hat der Rekordmeister seine fünfte Euroliga-Serie hinlegen – und sich an Fenerbahce sowie Olympiakos heranpirscht.
Hezonja führt das blitz-kollektiv
Mario Hezonja steht nach dem Finale in der Mixed Zone, Schweißperlen auf der Stirn, ein Grinsen trotz Erschöpfung. 15 Punkte, 10 Rebounds, 3 Assists – das Triple-Double der Stunde. „Wir haben endlich wieder Spaß“, sagt er, und man glaubt ihm jedes Wort. Denn hinter ihm lauert ein ganzes Ruder von Mitspielern, die das Spiel frühzeitig entschieden.
Frank Ntilikina fällt aus, also übernimmt Campazzo ab der ersten Sekunde das Kommando. Drei Minuten, zehn Punkte, 12:6 – Tel Aviv wackelt. Micic, erst kürlich noch bester europäischer Guard, verliert den Ball, bekommt eine Technische, sieht den Bus davonfahren. „Wir haben ihn nie zur Ruhe kommen lassen“, sagt Trainer Chus Mateo später. Die Statistik lügt nicht: 8 Punkte, 5 Turnovers – das ist Micics schwächstes Blatt dieser Saison.
Doch Hapoel hält sich an Bryant und Oturu, stemmt sich mit 21:19 heran. Dann kommt Deck – sechs Punkte, ein Steal, ein emotionales Faustpumpen. Das Movistar Arena tobt, Tel Aviv trudelt in ein 28:41-Loch. Chris Jones verhindert mit sieben Punkten noch vor der Pause das K.o., doch die Richtung ist klar.

Drittviertel-dämmerung lässt gäste erblassen
Kurz nach dem Seitenwechsel schlägt Madrid zu wie am Sonntag gegen Barça. 18:7-Run, 4/5 Dreier – Abalde, Okeke, Hezonja feuern aus allen Lagen. 63:45 nach 26 Minuten, Tel Aviv wirkt wie betäubt. Jones bringt mit acht Punkten zwar kurz Hoffnung, doch dann setzt das nächste Madrid-Gewitter.
Vier Defensivstops in Folge, Feliz und Deck klauen Bälle, Maledon und Lyles verwandeln im Transition-Game. 13:2 innerhalb von vier Minuten – 84:62, die Partie ist gelaufen. Am Ende schönt Jones mit fünf verwandelten Freiwürfen das Resultat, doch das 83:92 täuscht: Madrid dominierte 35 Minuten lang.
21-12-Bilanz – damit ziehen die Königlichen mit Fenerbahce gleich und liegen nur einen Sieg hinter Spitzenreiter Olympiakos. Die nächste Woche entscheidet über Platz zwei, doch die Formkurve spricht lautstärker als jede Tabelle. „Wir sind bereit für das Finish“, sagt Mateo. Seine Spieler haben es ihm gerade lautstark bewiesen.
