Real madrid rettet sich mit letzter kraft: girona schlägt fast den leader

Der Real Madrid lebt von der Substanz, aber er lebt. Nach 96 Stunden mit zwei Euroleague-Siegen und 175 Punkten mussten die Blancos in Girona noch einmal 95 loswerden – und das mit nur 48 Stunden Luft zwischen den Spielen. Das Ergebnis: 93-95, ein Zittersieg, der die Serie auf zehn Liga-Siege hochjazzt und die Tabellenführung auf vier Siege ausbaut. Campazzo und Deck saßen zu Hause, die Beine der Rest-Crew waren Blei, der Kopf noch in Istanbul – und trotzdem reichte es, weil Jerian Grant alias Feliz in der letzten Sekunde Needham den Ball abnahm und damit das letzte Girona-Triple verhinderte.

Mocho-faktor: girona trifft 13 dreier nach der pause

Trainer Aíto García Reneses hatte vor Saisonbeginn gesagt, Girona werde „niemandem ein Geschenk machen“. Was damals wie Standard-Pressesprech klang, ist jetzt Realität. Die katalanischen Underdogs trafen nach dem Seitenwechsel 13 ihrer 22 Dreier, Livingston schraubte sich auf 24 Punkte und Needham warf fünf Dreier aus sieben Versuchen. Zwischen der 28. und 35. Minute drehten sie einen 15-Punkte-Rückstand in eine 82-77-Führung – und zwangen Madrid, die letzten zwei Minuten aus der Freiwurflinze zu leben.

Doch genau dort liegt der Unterschied zwischen einem Playoff-Kandidaten und einem Titelanwärter. Hezonja verwandelte vier von vier, Feliz den fünften. Girona hatte noch zwei Antworten, aber die letzte fiel einen Tick zu spät. Mit 5.532 Zuschauern im Fontajau tobte eine Arena, die in den letzten Sekunden glaubte, den Leader stürzen zu können – und am Ende trotzdem applaudierte, weil die eigene Mannschaft ein Statement abgeliefert hatte.

Tabellenbild: madrid dominiert, valencia folgt auf platz zwei

Tabellenbild: madrid dominiert, valencia folgt auf platz zwei

Die Zahlen sind schon jetzt brutaler als ein Pressing auf Vollgas: Madrid hat 22 Siege bei zwei Niederlagen, Valencia folgt mit 18-6, danach ist Luft nach oben. Bei noch zehn Spieltagen bis zum Saison-Ende beträgt der Vorsprung vier Siege – ein Polster, das selbst einem Blackout in den letzten Wochen Stand halten dürfte. Das nächste Ziel: Heimvorteil durch alle Playoff-Runden. Der Faktor Fernabreise, der in der Euroleague schon geschwächt hat, wird in der Liga zur Waffe: 13 Heimspiele, 13 Siege, keine Niederlage im WiZink Center.

Die Moral der Geschichte? Selbst an Tagen, an denen die Beine schwerer sind als Tavares' Blocksumme, findet Madrid einen Weg. Die Bank warf 52 Punkte, Lyles lieferte 16 plus 4 Rebounds, Maledon steuerte 12 Punkte und 4 Assists bei – und keiner der Akteure musste mehr als 26 Minuten leisten. Das nennt man Rotation auf Meisterniveau.

Girona hingegen hat den Abstiegskampf verlassen. Mit neun Siegen und 15 Niederlagen steht das Team auf Rang zehn – sieben Zähler vor dem Strich. Die 13 Triples gegen die beste Defense der Liga sind keine Glückssache, sondern ein Indiz dafür, dass Mocho Fernández ein System gefunden hat, das auch im nächsten Jahr Liga-Air garantiert. Madrid fliegt nach Hause, die Beine schwer, der Kopf leicht – und weiß: Am Dienstag wartet schon das nächste Topspiel. Sport ist kein Sprint, er ist ein Marathon – und der Rekordmeister läuft ihn mit Ironman-Puls.