Rb leipzigs frauen bügeln freiburg weg und marschieren weiter

Ohne Firlefanz, aber mit eiserner Routine: RB Leipzig hat den SC Freiburg mit 2:0 nach Hause geschickt und die eigene Serie auf sechs Spiele ohne Niederlage ausgebaut. Die Sachsen klettern auf Tabellenplatz neun – und das mit dem Selbstbewusstsein einer Mannschaft, die endlich angekommen ist.

Landenberger und boboy schlagen zu – freiburg kassiert rot

52. Minute, Freistoß aus 18 Metern: Julia Landenberger visiert den Querbalken an, der Ball sackt unhaltbar für Rebecca Adamczyk unten rechts ein. Freiburg antwortet mit offenerem Spiel, aber Nicole Ojukwu foult einmal zu oft – Gelb-Rot, 58. Minute, die Gäste laufen von da an nur noch hinterher. Delice Boboy macht in der 78. Minute den Deckel drauf: Volley aus halblinker Position, Lattenunterkante, Abpfiff für die Breisgauer.

Elvira Herzog im Leipziger Tor hatte vor allem in der ersten Halbzeit zwei Glanzparaden gegen die frech aufspielenden Freiburgerinnen, doch nach der Pause dominierte RB das Tempo. Die Statistik: 58 % Ballbesitz, 14:6 Torschüsse, 5:1 Großchancen. Zahlen, die lügen, dass die Sachsen dieses Spiel nie hergeben wollten.

Jonas stephan zieht bilanz: „serie ist kein zufall mehr“

Jonas stephan zieht bilanz: „serie ist kein zufall mehr“

Trainer Jonas Stephan stand nach Abpfiff mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, als hätte er nie daran gezweifelt: „Wir haben heute nicht brilliert, wir haben gearbeitet. Die Serie ist kein Zufall mehr, sie sitzt im Kopf und in den Beinen.“ Sein Team habe gelernt, „Spiele auch mal müde zu gewinnen“, sagt er und lacht trocken.

Die Leipzigerinnen holten aus den letzten 18 Punkten 14 – mehr hat momentan kein Bundesliga-Klub außer den Top-4. Der Abstand zu Platz sechs (Internationaler Startplatz) schrumpft auf vier Zähler. Mit dem nächsten Gegner Eintracht Frankfurt kommt direkt ein Konkurrent, der noch vor Weihnachten vor RB lag.

Für Freiburg bleibt der dritte Auswärtssieg der Saison weiter aus. Coach Jens Scheuer wirkte nach dem Spiel wie jemand, der die eigenen Spielerinnen nicht erkennt: „Wir haben den Mut verloren, sobald wir in Unterzahl waren. Das darf nicht passieren.“ Mit 19 Punkten rutschen die Badener auf Rang elf – nur zwei Punkte über dem Strich.

Am 26. Spieltag empfängt RB Leipzig die Frankfurterinnen. Karten sind restlos ausverkauft – erstmals in der Clubgeschichte. Die Roten Bullen haben den Zenit noch lange nicht erreicht, aber sie spüren den Rückenwind. Und der pfeift in Leipzig derzeit lauter als in jedem anderen Frauen-Stadion der Liga.