Rb leipzig: geht ein ära teurer transfers zu ende?

Die Champions-League-Rückkehr ist eine Erleichterung, ein finanzieller Turbo – und möglicherweise das Ende einer Ära bei RB Leipzig. Während Oliver Mintzlaff, Jürgen Klopp und Marcel Schäfer die Jubelarien nach dem 2:1 gegen St. Pauli genossen, deutet einiges darauf hin, dass die Zeiten der Millionen-Transfers bei den Sachsen endgültig vorbei sind.

Die null-euro-strategie: warum leipzig jetzt anders plant

Ein Jahr ohne internationale Wettbewerbe hat tiefe Wunden in der Leipziger Transferkasse hinterlassen. 60 bis 80 Millionen Euro fehlen, und das hat Konsequenzen. Die Gehaltskosten wurden drastisch gekürzt, neue Spieler müssen sich mit leistungsbezogenen Verträgen zufriedengeben, und das Grundgehalt darf 5 Millionen Euro nicht übersteigen. Doch der größte Knall kommt bei den Ablösesummen.

Sport BILD enthüllt: Transfers in der Größenordnung von Xavi Simons (50 Millionen Euro), Loïs Openda (40 Millionen Euro) oder Josko Gvardiol (37 Millionen Euro) sind ausgeschlossen. Die neue Regel: Maximal 30 Millionen Euro pro Spieler – und das nur in absoluten Ausnahmefällen. Schäfer und sein Team müssen sich neu orientieren, und zwar schnell.

Die Realität sieht düster aus: RB musste sich bereits vom Rennen um das kroatische Juwel Luka Vuskovic verabschieden. Eine Ablöse jenseits der 40 Millionen Euro macht den Deal unmöglich. Auch Brajan Gruda, ausgeliehen von Brighton, ist für RB nicht finanzierbar. Stattdessen rückt der Bereich von 20 Millionen Euro in den Fokus – Transfers wie die von Gladbachs Rocco Reitz und Abwehr-Talent Abdoul Koné zeigen die neue Richtung.

Verkäufe als lebensader: die leipziger verkaufsliste

Verkäufe als lebensader: die leipziger verkaufsliste

Um die Transferkasse aufzufüllen, müssen die Leipziger verkaufen – und zwar groß. Rund 100 Millionen Euro wollen sie durch Abgänge einnehmen. Clever kalkuliert der Klub: Spieler, mit denen sportlich nicht mehr gerechnet wird, sollen die Kohle hereinbringen. Allein der geplante Transfer von Openda durch Juventus Turin sichert bereits 47 Millionen Euro. Dazu kommen Einnahmen durch Leihspieler wie Elmas, Geertruida und Vermeeren.

Castello Lukeba mit seiner Ausstiegsklausel von 90 Millionen Euro steht dabei ganz oben auf der Liste. Erst wenn die Champions League wieder konstante Einnahmen generiert, sollen auch wieder teurere Zugänge in Betracht gezogen werden. Bis dahin heißt es für RB Leipzig: Sparen, sparen, sparen.

Die Zeiten, in denen Leipzig als blutender Geldgeber des Fußballs galt, scheinen gezählt. Eine neue Ära der finanziellen Disziplin hat begonnen – ob das langfristig zum Erfolg führt, wird die Zukunft zeigen.