De lie kämpft sich angeschlagen durch die dolomiten – campenaerts' geste der menschlichkeit

Arnaud De Lie, belgischer Hoffnungsträger beim Giro d’Italia, trotzt trotz einer hartnäckigen Magen-Darm-Infektion weiter. Während andere Sprinter und Klassiker bereits vorzeitig aufgeben mussten, zeigt der junge Belgier einen bemerkenswerten Kampfgeist – unterstützt von einer außergewöhnlichen Geste seines Teamkollegen Victor Campenaerts.

Die strapazen des jungen belgiers

Die letzten Tage waren für De Lie alles andere als einfach. Seit dem Auftakt in Bulgarien plagt ihn eine Infektion, die seine Leistungsfähigkeit massiv beeinträchtigt. Statt um Etappensiege zu kämpfen, ging es in erster Linie darum, überhaupt im Peloton zu bleiben. „Ich glaube, ich habe mich noch nie so schlecht gefühlt“, gestand der 24-Jährige gegenüber Het Nieuwsblad. Die Ursache liegt offenbar im Famenne Ardenne Classic Anfang Mai, wo bereits mehrere Fahrer ähnliche Beschwerden zeigten.

Besonders deutlich wurden die Auswirkungen auf der dritten Etappe. De Lie konnte sich bei den Sprintankünften nicht wie gewohnt in Szene setzen und geriet früh in Schwierigkeiten. Während Adam Yates und andere namhafte Fahrer aufgrund von Stürzen und Verletzungen bereits aufgeben mussten, kämpfte sich De Lie durch die bulgarische Landschaft.

Ein akt der solidarität in den dolomiten

Ein akt der solidarität in den dolomiten

Am Anstieg zum Borovets Pass zeigte sich dann ein Moment, der die wahre Kameradschaft im Peloton verdeutlichte. Victor Campenaerts, Fahrer von Visma-Lease a Bike, nahm De Lie kurz die Trinkflasche ab, um ihm einige wertvolle Gramm Gewicht zu ersparen, und reichte sie ihm nach dem Gipfel wieder – inklusive einer kleinen, aber willkommene Anschubhilfe. Eine unscheinbare Geste, die im hektischen Giro-Rennverlauf dennoch für Aufsehen sorgte.

Diese Unterstützung schien De Lie mental neue Kraft zu geben. Er fand zurück ins Peloton und erreichte das Ziel im Hauptfeld. Teamarzt Gerald Ackerl äußerte sich optimistisch: „Die Regeneration verlangt dem Körper enorm viel ab. Wir sind aber zuversichtlich, dass es De Lie und auch seinem Teamkollegen Milan Menten in den kommenden Tagen besser gehen wird.“

Die italien-premiere und die nächste herausforderung

Die italien-premiere und die nächste herausforderung

Der erste Ruhetag kommt De Lie daher genau zur rechten Zeit. Am Dienstag wird der Giro dann erstmals auf italienischem Boden fortgesetzt. Die vierte Etappe von Catanzaro nach Cosenza verspricht mit ihrem langen Anstieg über den Cozzo Tunnu eine neue Herausforderung zu werden – insbesondere für die angeschlagenen Sprinter. Es bleibt abzuwarten, ob De Lie seine Form wiederfinden und um den Sieg mitfahren kann.

Die Geschichte von De Lie und Campenaerts ist mehr als nur ein sportlicher Bericht. Sie ist ein Beweis für die Menschlichkeit und den Teamgeist, die den Radsport ausmachen – Werte, die in der heutigen Zeit oft in Vergessenheit geraten.