Rayo vallecano: von der krise zum höhenflug – ein präsident spricht

Madrid – Der Aufstieg des Rayo Vallecano ist eine Geschichte von Widerstandsfähigkeit und Leidenschaft. Nach Jahren der Turbulenzen scheint der Verein endlich auf Kurs zu sein. Präsident Raúl Martín Presa gewährte nun in einem Gespräch Einblicke hinter die Kulissen – von der schmalen Kante bis zum Traum vom eigenen Stadion.

Die bittere niederlage von leipzig und die hoffnung auf die zukunft

Die Finalniederlage in Leipzig schmerzt noch immer, wie Presa zugibt: „Ich habe in meinem Zimmer geweint, voller Wut und Trauer. Es war nicht unser bestes Spiel, aber es war das, was wir zu diesem Zeitpunkt konnten. Jetzt gilt es, zu arbeiten, um eines Tages wieder dorthin zurückzukehren.“ Der Präsident betont, dass die Niederlage als Motivation dienen soll, die Zukunft des Vereins aktiv zu gestalten.

Ein besonderer Ankerpunkt war der Abschied von Trainer Iñigo Pérez. „Ich hatte die Hoffnung, dass er bleibt. Rayo ist ein Verein, der Trainer verbessert – und ich glaube, er hatte hier eine solide Grundlage für sein weiteres Wachstum“, erklärt Presa. Obwohl er Pérez' Arbeit hoch schätzt, hält er es für ungerecht, ihn als den besten Trainer aller Zeiten zu bezeichnen. „Es gibt viele großartige Trainer, und jeder hat seine eigenen Stärken.“

Ein offener Fußball ist sein Ideal: „Fußball hat viele Facetten, aber ich bevorzuge einen offensiven Spielstil. Letztendlich ist Fußball ein Spektakel, und die Fans wollen unterhalten werden.“ Diese Philosophie spiegelt sich auch in der Kaderplanung wider, die primär in der Verantwortung der sportlichen Leitung liegt, wobei der Präsident jedoch stets eingebunden wird.

Die finanzielle Situation des Vereins war in der Vergangenheit alles andere als rosig. Presa erinnert sich: „Ich habe 960 Euro bezahlt, weil der Verein in der Insolvenz steckte. Wir mussten eine wichtige Kapitalerhöhung vornehmen, und die Schulden von 100 Millionen wurden durch diese Einlagen beglichen.“ Diese schwierige Phase hat den Verein jedoch zusammengeschweißt und eine neue Wertschätzung für die eigene Gemeinschaft geschaffen.

Der traum vom eigenen stadion

Der traum vom eigenen stadion

Ein weiteres zentrales Anliegen des Präsidenten ist der Bau eines neuen Stadions. „Wir wollen eine neue Infrastruktur schaffen, idealerweise ein neues Stadion im Viertel Vallecas. Sollte dies nicht möglich sein, suchen wir nach der nächstgelegenen geeigneten Fläche.“ Der Schlüssel liegt in dem Erwerb eines eigenen Grundstücks, um politische Einflussnahme auf die Entscheidungen des Vereins zu vermeiden. „Ein Stadion ist eine Einnahmequelle. Um mitzuhalten, müssen wir eine Struktur schaffen, die es uns ermöglicht, Vereinen wie Celta, Sevilla oder Real Sociedad Paroli zu bieten, die in Europa spielen.“ Ein Stadion mit 30.000 bis 35.000 Plätzen und Erweiterungsoptionen ist das Ziel.

Auch der Transfer von Zozulya sorgte für Aufsehen. „Wir waren nicht einverstanden mit seinem Abgang. Ich habe nicht nachgegeben. Es war der Spieler selbst, der den Wunsch geäußert hat zu gehen, nicht der Verein“, so Presa. Der Verein stehe jedem Spieler offen gegenüber, solange dieser die Vereinswerte teilt.

Vallecas, das Viertel, in dem der Rayo Vallecano beheimatet ist, wird von Presa als ein sicherer und bodenständiger Ort beschrieben. „Es gab noch nie einen Vorfall oder Verletzung im Stadion. Das zeigt den Zusammenhalt und die Respekt der Fans.“

Als einen besonderen Glücksmoment bezeichnet Presa den Aufstieg von Girona. Und blickt optimistisch in die Zukunft: „Unser Ziel für die kommende Saison ist es, eine gute Mannschaft aufzustellen, um keine unnötigen Schwierigkeiten zu erleben.“

Die Geschichte des Rayo Vallecano ist ein Beweis dafür, dass Leidenschaft, Ausdauer und eine klare Vision Berge versetzen können. Der Verein steht vor neuen Herausforderungen, aber mit einem Präsidenten wie Raúl Martín Presa und der Unterstützung seiner treuen Fans scheint der Traum vom Erfolg greifbar näher.