Ravensburg schickt bietigheim ins playoff-duell: heute abend droht ein frühes aus
Die Ravensburg Towerstars wollen Dienstagabend vor 3.500 Fans in der CHG Arena den ersten Schritt Richtung Halbfinale machen – der Aufsteiger Bietigheim Steelers steht als Angstgegner bereit. Das Heimrecht reicht den Towerstars nicht: Sie müssen beweisen, warum sie die Hauptrunde als Vierter abschlossen, während die Steelers nur auf Platz 8 rutschten.
Alles sprach für ravensburg – bis dezember
Die Towerstars dominierten die direkten Duelle mit vier Siegen aus vier Spielen. Doch das war vor der Winterwende. Seit dem 1. Dezember kassierte Bietigheim nur noch zwei Niederlagen in Serie, holte 75 Prozent der möglichen Punkte und schob sich bis ins letzte Wochenende an Ravensburg heran. Trainer Alexander Dück, einst selbst Kapitän in Ravensburg, hat seiner Mannschaft ein System eingeprügt, das selbst Spitzenklubs Probleme bereitet: enges Forechecking, schneller Sturmübergang, kalte Powerplay-Quote von 27,3 Prozent.
Bo Subr, Chef der Towerstars, kontert mit einer simplen Rechnung: „Wenn wir weniger als 25 Schüsse zulassen, haben wir in dieser Saison 78 Prozent der Spiele gewonnen.“ Das klingt nach Statistik-Klugschwätzerei, bis man die Zahlen checkt: Ravensburg erlaubte in den letzten fünf Partien durchschnittlich 23,4 Torschüsse – und holte daraus zwölf Punkte.

Sharipov gegen schmidt – ein torhüter-duell mit vergangenheit
Ilya Sharipov stand 2021 im Kasten der Steelers, damals noch mit weiß-grünem Jersey. Nun blockiert er für Ravensburg. Auf der Gegenseite hütet Olafr Schmidt das Gehäuse, das er vor zwei Jahren selbst verteidigte. Beide Keeper kennen die Eigenarten der Schlittschuhe im eigenen Stadion – und die Lücken in der Psyche des Gegners. Sharipov verbuchte in den letzten drei Spielen ein Savepercentage von 93,2 %; Schmidt lag bei 91,8 %, dafür aber mit zwei Shutouts.
Die Serie wird nicht über Siege entschieden, sondern über kleine Sünden. Ein zu spates Line-Change, ein verlorener Bully, ein Handgelenksschuss durch Verkehr. „Wir haben gelernt, dass die ersten fünf Minuten jedes Drittels die wichtigsten sind“, sagt Stürmer Marvin Schmid. Dort fiel in dieser Saison jedes dritte Bietigheimer Tor.

Die stunde der umstellungen
Marius Riedel, Sportlicher Leiter der Towerstars, hat in den letzten Tagen zwei neue Videoanalysten angeheuert. Sie liefern Sequenzen, die zeigen, wie Bietigheim seine Angriffe über die rechte Bande aufbaut. Die Steelers wiederum haben offenkundig Ravensburgs Auswärts-Schwäche ausgemacht: nur 48 Prozent der Punkte holten die Towerstars fern der Oberschwaben. Wenn Bietigheim die Heimspiele gewinnt, droht Ravensburg bereits am Freitag die 1:2-Serie.
Die CHG Arena wird ab 18:30 Uhr kochen, die Druckwelle ist spürbar. Die Towerstars haben 45 Minuten, um zu beweisen, dass der vierte Platz kein Zufall war. Die Steelers haben 45 Minuten, um zu zeigen, dass ihre Aufholjagd erst der Anfang war. Am Ende zählt nur das Ergebnis – und das liefert die Antwort auf die Frage, ob Ravensburg weiter vom Aufstieg träumen darf oder ob der Traum schon am Dienstagabend zerbricht.
