Rassismus-attacke auf udinese-stars: kamara und davis nach genoa-sieg im netz beschimpft

Keine Zeit zum Feiern. Kaum hatte Udinese Calcio den 2:1-Sieg gegen Genoa eingetütet, prasselte auf Instagram und Twitter der nächste Schlag ein: Hass-Emojis, Affen-GIFs, die üblichen rassistischen Leerzeilen – diesmal gegen Hassane Kamara und Keinan Davis. Die Bianconeri reagierten sofort mit einer knallharten Stellungnahme, doch der Schaden ist längst angerichtet.

Udinese zieht die notbremse

Udinese Calcio verurteilt das beschämende Verhalten gegenüber seinen Spielern Keinan Davis und Hassane Kamara, die auf ihren sozialen Profilen rassistischen Beleidigungen ausgesetzt waren. Solche ekelhaften Vorfälle stehen außerhalb jeder zivilisierten Gesellschaft und sind inakzeptabel“, heißt es in der offiziellen Mitteilung, die Club-Präsident Franco Soldati am Montagvormittag unterzeichnete. Der Vorstand kündigt an, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen – von Strafanzeige bis zur Zusammenarbeit mit den Plattformen.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf ein Problem, das die Serie A seit Jahren begleitet: Trotz Kampagnen wie „Keep Racism Out“ und Stadien-Ansagen tickt der digitale Mob in den Kommentarspalten unbeirrbar weiter. Kamara, 31 Jahre, in Udine seit 2022, hatte gegen Genoa die Vorlage zum Siegtreffer gegeben – und prompt Kommentare wie „Zurück in den Dschungel“ erhalten. Davis, on loan aus Aston Villa, erntete Spott über seine Hautfarbe, sobald er einen Ball verloren hatte.

Keine einzelfälle mehr

Keine einzelfälle mehr

Udinese hat intern bereits ein Betreuungsnetz: Psychologen, Social-Media-Manager und Rechtsberater stehen den Spielern rund um die Uhr zur Seite. Doch interne Hilfe reicht nicht. Die Liga mauert, die Strafen bleiben symbolisch. 20.000 Euro Geldstrafe – das war die Antwort des Sportgerichts auf den Fall Juan Jesus im Januar. Für einen Klub, der mit vier Millionen Jahresbudget für PR arbeitet, Peanuts.

Die Frage ist nicht, ob sich das Problem sich wiederholt – sondern wann. Kamara selbst reagierte auf Instagram mit einem schwarzen Bild, dazu das Wort „Genug“. Davis postete einen Biblevers, der von Feinden und Neid handelt. Beide trainieren weiter, beide schweigen öffentlich. Ihre Stille ist lauter als jedes Statement.

Warum das heute jeden betrifft

Warum das heute jeden betrifft

Die Serie A feiert sich gerade als Trend-Liga: US-Investoren, Netflix-Dokus, Rekord-Einnahmen aus dem Ausland. Doch solange Spieler nach guten Spielen rassistischen Dreck wegwischen müssen, bleibt das Image verkratzt. Sponsoren wie Crypto.com und TIM haben inzwischen Klauseln, die bei Rassismus-Vorwürfen Zahlungen stoppen können. Udinese selbst verhandelt gerade über ein neues Trikot-Sponsoring – die Verträge liegen noch auf dem Tisch.

Die nächsten Gegner: Empoli am Sonntag, dann Roma in der Coppa. Kamara und Davis werden wieder ranmüssen, wieder lächeln, wieder Tore oder Vorlagen liefern. Dahinter aber wartet ein Netzwerk von Kommentar-Trollen, das nur eine Pause kennt: den Abpfiff der eigenen Menschlichkeit.

Udinese wird die IP-Adressen der Übeltäter an die Staatsanwaltschaft weiterleiten. Ob das reicht? Die Bilanz der letzten drei Jahre spricht eine deutliche Sprache: 73 gemeldete Fälle, drei Verurteilungen, keine Haftstrafen. Solange die Strafe ein Schlag auf die Finger bleibt, wird der digitale Abgrund tiefer. Und die Spieler stehen am Rand, ohne Geländer.