Raserei in rom: flucht endet mit familiendrama – drei tote

Eine Familie ist ausgelöscht. Ein Vater, eine Mutter, ihr Kind – drei Leben, die in Sekundenbruchteilen auf der Via Collanina endeten, weil drei südamerikanische Männer eine Polizeikontrolle rissen und mit ihrer Toyota Yaris in den Gegenverkehr rasten. Die Fiat Punto hatte keine Chance.

Die Tatwaffe war ein Kleinwagen, die Hinterlassenschaft ein Wrack und drei Leichensäcke. Die Polizei fand danach im Fluchtwagen nicht nur Blutspuren, sondern auch Dietriche und Brechstangen – Werkzeuge für Einbrüche, nicht für Unfälle. Die Männer waren also nicht nur rücksichtslos, sie waren vorbereitet.

Warum sie nicht anhielten, ist noch unklar – aber die folgen sind greifbar

Der Unfall passierte kurz nach 22 Uhr im Viertel Quarticciolo, einer Gegend, in der die Polizei seit Wochen verstärkt Fahndungskontrollen fährt. Die Beamten wollten die Yaris nur an den Rand drängen – ein Routinestopp. Stattdissen trat der Fahrer das Gaspedal durch, riss mit quietschenden Reifen weg und raste mit mindestens 90 Stundenkilometern durch die enge Via Collanina. Die Carabinieri sprangen in ihren Streifenwagen, die Verfolgung dauerte keine zwei Minuten, reichte aber, um eine Familie auszulöschen.

Die Opisse: Marco L., 42, Friseur; seine Frau Laura T., 39, Krankenschwester; und ihr Sohn Matteo, 12, Fußballfan von Lazio Rom. Sie kamen von einem Elternabend, wollten noch schnell Eis holen, so erzählen es Nachbarn. Die Eltern starben noch an der Unfallstelle, Matteo eine Stunde später im Krankenhaus San Giovanni. Keiner der drei Insassen der Yaris wurde schwer verletzt – Airbags funktionieren auch für Mörder.

Die anklage lautet mord, nicht nur fahrlässige tötung

Die anklage lautet mord, nicht nur fahrlässige tötung

Die Staatsanwaltschaft Rom hat die drei Männer – zwei Brasilianer, ein Venezolaner, alle ohne festen Wohnsitz in Italien – wegen doppelten Mordes, schweren Diebstahls, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte angeklagt. Die Flucht sei „vorsätzlich und mit Todesfolge“ gewesen, lautet die Begründung. Die Richterin ordnete Untersuchungshaft an, kein Hausarrest, keine Kaution. Die nächste Verhandlung ist auf den 18. Juni terminiert.

Die Polizei prüft inzwischen, ob die Gruppe für eine Serie von Einbrüchen in Ostrom verantwortlich ist – innerhalb der letzten vier Wochen wurden in Quarticciolo und Tor Bella Monaca 14 Wohnungen aufgebrochen, immer nachts, immer mit gleichen Werkzeugen. Die Spur führt zu einer Bande, die Autos als Fluchtfahrzeuge nutzt und bei jeder Kontrolle durchdreht. Gestern Abend drehte sie zu weit.

Die Anwohner haben Blumen und Lazio-Schals an die Leitplanke gebunden. Matteos Fußballtrainer wird heute Abend eine Schweigeminute einlegen – „für einen Jungen, der nie mehr dribbeln wird“, sagt er. Die Stadt hat für Sonntag eine Gedenkdemo angekündigt, Tausende erwartet. Die Politik schreit nach härteren Gesetzen, die Polizei nach mehr Streifen. Doch für Marco, Laura und Matteo kommt alles zu spät. Die einzige Gewissheit: Drei Männer leben, drei Unschuldige nicht. Und die Via Collanina ist wieder befahrbar – nur die Schreie der Familie nicht mehr zu überhören.