Erdbeben erschüttert sizilien: schulen dicht, angst bleibt
Um 7:05 Uhr Ortszeit riss ein Beben der Stärke 4,5 die Menschen im Catania-Gebiet aus dem Schlaf – und ließ sie sofort wissen, dass der Ätna noch lange nicht schläft.
Die Epizentren lagen nur drei Kilometer vor Ragalna, einer 4.000-Seelen-Gemeinde am Fuß des Vulkans, in nur vier Kilometern Tiefe. Zwei Minuten später folgte ein Nachrüttler von 2,7. Die Wellen rollten bis Messina und Syrakus – und erzeugten in den sozialen Netzwerken binnen Sekunden einen Sturm aus Hashtags und Panikfotos.

Keine trümmer, aber schulschließungen in ganz catania
Bisher meldet keine Behörde eingestürzte Häuser oder Verletzte. Doch das reicht Bürgermeister Enrico Trantino nicht. „Sicherheit geht vor“, sagt er in einem Video, das er auf Instagram postet – und schickt alle 60.000 Schüler der Stadt für 24 Stunden nach Hause. Auch die Nachbargemeinden am Südosthang folgen dem Beispiel. Die Präfektur lässt in den nächsten Stunden alle öffentlichen Gebäude inspizieren.
Die geophysikalische Überwachung des INGV registriert weiterhin Mikroschwankungen. Für die Vulkanologen ist klar: Das Beben ist Teil der ständischen Atemzüge des Ätna, der seit Wochen sein Magma leise umgruppiert. Für die Menschen vor Ort ist es vor allem eins – ein Erinnerungsschlag, dass unter dem kulturellen Schatz Sizilien immer noch heißes Gestein pulsiert.
Die Sonne steht bereits hoch über Ragalna, doch viele Häuser bleiben verbarrikadiert. Wer heute keine Schicht hat, bleibt draußen sitzen – und wagt sich nicht zurück ins eigene Wohnzimmer. Die Angst sitzt tiefer als vier Kilometer.
