Raptors in der krise: kann ingram den trendwenden?

Toronto – Die Toronto Raptors bangen. Nach zwei deutlichen Niederlagen gegen die Cleveland Cavaliers in der ersten Runde der Playoffs steht das Team vor einer existentiellen Frage: Kann Brandon Ingram den Schwung zurückbringen? Bisher präsentierte sich der All-Star alles andere als überzeugend, und die Verantwortlichen müssen nun handeln, um die Serie nicht frühzeitig zu verlieren.

Ingrams fehlzündungen: mehr als nur pech?

Ingrams fehlzündungen: mehr als nur pech?

Die ersten beiden Spiele in Cleveland waren für die Raptors ein Albtraum. Die Offensive stockte, und die Defense der Cavaliers schien jeden Zug der Kanadier zu lesen. Ein entscheidender Faktor war zweifellos die blasse Leistung von Brandon Ingram. Seine bisherige Ausbeute – lediglich 13 und 10 Punkte – wirft Fragen nach seiner Integration in das Team auf und lässt die Fans in Kanada zweifeln.

Nach dem ersten Spiel sorgte Ingram für Aufsehen, als er sich öffentlich über die mangelnde Ballverteilung beschwerte. Er bemängelte, dass er nur neun Würfe abgegeben hätte, wovon lediglich einer in der zweiten Halbzeit erfolgte. Der Coach habe ihn angehalten, primär als „Blocksteller“ zu agieren, was seine Offensivmöglichkeiten einschränkte. Ein Vorwurf, der die Gemüter erhitzt und die Verantwortlichen vor eine schwierige Aufgabe stellt: Wie kann man einen Spieler mit Ingrams Talent freispielen, ohne die Balance des Teams zu gefährden?

Auch das zweite Spiel brachte keine Besserung. Mit 15 Würfen, davon nur drei getroffenen, blieb Ingram weit unter seinen Möglichkeiten. Fünf Turnover, darunter ein verpatztes Dribbling und ein Offensivfoul, zeigten zudem, dass er derzeit nicht in Trance ist. Die Erinnerungen an vergangene Playoff-Serien, in denen Ingram ebenfalls unter seinen Ansprüchen blieb, kommen nun hoch. Seine Auftritte gegen die Phoenix Suns (2-4) und die Oklahoma City Thunder waren alles andere als berauschend.

Ein Fit-Problem? Es stellt sich die Frage, ob Ingram überhaupt zum Spielstil der Raptors passt. Während das Team in der regulären Saison durch aggressive Defense und schnelles Umschaltspiel bestach, scheint Ingram in den engen Situationen der Playoffs zu hadern. Seine Abhängigkeit vom Mid-Range-Shot ist in der heutigen NBA, in der der Dreier-Wurf dominiert, ein Nachteil. Er fehlt es an Durchsetzungskraft im Korb und generiert kaum Druck auf die Verteidigung. Ein Spieler, der mit über 40 Millionen Dollar Jahresgehalt bezahlt wird, sollte mehr bieten.

R.J. Barrett versuchte, die Situation zu entschärfen: „Wir müssen ihm helfen, bessere Möglichkeiten zu finden. Er ist einer der besten Scorer der Liga.“ Diese Aussage zeugt von Solidarität, doch die Zeit drängt. Die Raptors brauchen einen Ingram in Topform, wenn sie die Serie noch drehen wollen.

Die nächsten Spiele in Toronto bieten Ingram die Chance zur Wiedereingliederung. Ob er diese nutzen kann, wird entscheidend sein für das Weiterkommen der Raptors. Die Fans hoffen, dass er sich seiner Verantwortung stellt und die Mannschaft mit seinen Punkten und seiner Präsenz führt. Denn eines ist klar: Ohne einen starken Ingram wird der Weg in die nächste Runde extrem schwierig.