Rapperswil wirft tanner fritz raus – maillet soll spiel 5 drehen
Knallhart, kurz vor dem Aus: Rapperswil trennt sich von Import-Tanner Fritz und setzt auf Philippe Maillet. Die Lakers brechen damit ihre heilige Kontinuität vor dem entscheidenden Spiel 5 gegen Fribourg.

Warum jetzt ein wechsel, wenn alles auf der kippe steht?
Die Antwort liegt in den letzten Minuten von Spiel 4. Fritz fehlte auf dem Eis – kein Defensiv-Wechsel, kein Powerplay-Einsatz. Stille vor dem Sturm. Medienberichte aus der Südostschweiz sprechen von einer Verletzung, der Klub listet ihn nur als „abwesend“. Ein Echo, das in der Kabine lauter wird als jedes Coaching-Zitat.
Maillet ist kein Ersatzmann, sondern ein Statement. Der Kanadier bringt 52 Scorerpunkte aus 50 Spielen in der AHL mit, war NHL-Draft, kam mit Koffer voller Zahlen, nicht mit PR-Floskeln. Seine Handspeed passt zu Lundskogs System, das auf schnellen Pucktransport setzt, statt auf dump-and-chase. Fritz hingegen lieferte vor allem Stabilität, aber nur 4 Punkte in 11 Playoff-Partien – zu wenig, wenn jedes Faceoff ein Krieg wird.
Der Wechsel trifft auch die Psyche des Teams. Die Lakers haben ihre sechs Import-Plätze seit dem Playoff-Start nicht angerührt. Diese Konstante war Ritual, ein Gefühl von Kontrolle. Jetzt zerbricht sie, weil die Saison auf der Kippe steht. Spiel 5 in Fribourg ist kein Halbfinale, aber es fühlt sich an wie eines: Wer verliert, ist 2:3, muss zwei Mal in die Halle der 17‘000 und die Saison endet vor dem eigentlichen Finale.
Gotteron kontert mit Ruhe. Kein Wechsel, keine Experimente. Die Importe sind dieselben wie in Spiel 4 – ein Kontrastprogramm zur Panik der Rosenstädter. Das ist kein Zufall: Trainer Cormier vertraut auf Chemistry, auf Sekundenbruchteile, die nur Muskelgedächtnis kennt. Rapperswil dagegen wirft einen Fremdkörper raus und einen Hochkaräter rein. Das ist kein Tausch, das ist ein Schnitt ins Netz der Chemie.
Die Frage lautet nicht mehr, ob Maillet besser ist. Die Frage ist, ob ein Neuanfang nach 68 Minuten Eiszeit reicht, um eine Serie zu drehen. Die Antwort bekommen wir am Freitag, wenn die Lakers entweder mit Maillet jubeln – oder mit Fritz’ Abwesenheit hadern. Dann zählt nur noch ein Datum: 27. April, möglicherweise das letzte Spiel der Saison für einen von beiden Clubs.
