Rapperswil fegt fribourg weg – dann explodiert die saanestadt

4:0, Empty-Netter, Schlägerei. Die SC Rapperswil-Jona Lakers haben den HC Fribourg-Gotteron nicht nur geschlagen, sie haben ihn demontiert – und anschließend die Arena in eine Box-Arena verwandelt.

Der abpfiff war nur der startschuss

Der abpfiff war nur der startschuss

52 Sekunden vor Ende jagt Igor Jelovac den Puck ins leere Tor, dreht sich um und skatet mit ausgebreiteten Armen direkt auf die Freiburger Anhangskurve zu. Die Gäste-Fans kochen. Die Gäste-Spieler noch mehr. Was folgt, ist kein Nachspielzeit-Kräftemessen, sondern eine wildwestliche Sequenz von drei Runden, die die Schiedsrichter kaum noch trennen können.

Erst fliegen Andrea Glauser und Niklas Jensen in der 50. Minute die Handschuhe, dann wird’s richtig handfest: Jeremi Gerber und Mauro Dufner liefern sich einen offenen Schlagabtausch – Gerber landet die härteren Haken, Dufner den Sturz. Beide Teams springen übers Band, die Unparteiischen zählen Strafminuten wie Tore. Als wäre das nicht genug, fordert Patrik Nemeth Jelovac zum Duell auf dem gesamten Feld heraus. Schwede gegen Serbe, Brust an Brust, bis einer fällt. Erst liegt Jelovac unten, dann Nemeth – ein Remis, das niemand auf dem Scoreboard vermerkt.

Die Uhr läuft weiter, doch die Spieler hören nicht auf. Jan Dorthe trifft zum 1:4, feiert mit Griff in die Faust – 10 Minuten Hinausstellung wegen Unsportlichkeit. Daraufhin jagt Mika HenauerJamiro Reber, bekommt aber selbst die dreifache Dosis: Reber drückt ihn zweimal in die Eisfläche, als wolle er ein Autogramm auf den Rücken pressen. Die Schiedsrichter schalten sich selbst aus, die Linienrichter murmeln sich gegenseitig Beruhigungsmantras zu. Die Zuschauer toben, die Kameras zoomen auf ein blutendes Trikot – Wer genau blutet, ist in dem Gewühl unklar.

Am Ende steht ein 4:1, der Punktesegen für Rapperswil aber nur Nebensache. Die Lakers haben nicht nur die Play-in-Teilnahme vor Augen, sondern auch die Message versandt: Wer uns provoziert, bekommt die Faust. Für Fribourg bleibt die Erkenntnis, dass man Tore schießen muss, bevor man Prügeln kann. Die Liga? Die wird nun Strafen wie Weihnachtsgeschenke verteilen – und ein Video kompiles, das die Social-Media-Kanäle der Saanestadt in den nächsten Tagen nicht runterkommen lässt.