Raphinha fällt fünf wochen aus – barça verliert seinen turbo vor den entscheidenden wochen
Die Zahl steht fest: fünf Wochen. Und damit fällt Raphinha mindestens acht Pflichtspiele für den FC Barcelona aus – darunter das Champions-League-Viertelfinale gegen Atlético Madrid. Der Brasilianer zog sich im Länderspiel gegen Frankreich einen Bizepssehnenriss im rechten Oberschenkel zu, wie der Klub am Freitag bestätigte.
Was zunächst wie muskelkater aussah, entpuppt sich als saison-knacker
Carlo Ancelotti hatte noch von „leichtem Muskelreiz“ gesprochen, doch die MRT-Untersuchung in São Paulo zeigte ein hartes Bild: kompletter Riss der proximalen Sehne. Raphinha verließ sofort das Trainingslager der Seleção und flog zurück nach Barcelona. Dort begann am Samstag die Reha – mit einem Ziel: Mitte Mai zurück. Bis dahin muss Hansi Flick improvisieren.
Die Chronologie der Ausfälle liest sich wie ein Krimi: Liga-Spitzenspiel bei Atlético (6. April), drei Tage später das Hinspiel der Champions-League-Viertelfinale im Camp Nou. Dazwischen das Stadtderby gegen Espanyol. Auch das Rückspiel (14. April) erreicht Raphinha kaum. Celta Vigo, Getafe und Osasuna kommen danach – insgesamt fünf Liga-Partien plus Doppelpack Europa. Ein Verlust von 720 Minuten, in denen der 29-Jährige bislang drei Tore und fünf Vorlagen geliefert hatte.

Flick setzt auf lamine yamal und ferran torres – doch die tiefe ist dünn
Die Lösung heißt Jugend. Lamine Yamal wird rechts starten, links rotiert Ferran Torres. Dahinter steht nur noch der 17-jährige Pau Prim, noch ohne Profi-Minute. Die sportliche Leitung prüft deshalb intern, ob ein Kurzzeit-Vertrag für einen ablösefreien Flügelspieler Sinn macht – die Transferliste ist offiziell geschlossen, eine Ausnahme könnte die Liga aber genehmigen, falls Barcelona medizinisch einen Notstand nachweist.
Raphinhas Verletung wirft ein Schlaglicht auf die marode personelle Decke. Mit Gavi und Frenkie de Jong fehlen schon Langzeitverletzte, nun auch der Top-Scorer der letzten zehn Liga-Spiele. Die Quadratur des Kreises: Mehr Spiellast durch den Ausfall, weniger Zeit für die verbliebenen Stars zu regenerieren. Die Wahrscheinlichkeit für weitere Muskelverletzungen steigt – ein Teufelskreis.
Barcelona reist ohne seinen Turbo nach Madrid. Die Meisterschaft war ohnehin Kopf-an-Kopf-Rennen, die Champions League das Saisonziel. Flick muss nun aus dem 19-jährigen Yamal ein 90-Minuten-WM-Niveau ziehen – in zwei Wochen, drei Spielen, 270 Minuten Vollgas. Die Katalanen haben 14 Tage, um eine Lösung zu finden, die nicht nur die nächsten Spiele rettet, sondern die ganze Saison. Der Druck ist real. Die Uhr tickt. Raphinha kann nur zuschauen – und hoffen, dass das Team ohne ihn nicht strauchelt.
