Rani khedira wechselt zu tunesien: dfb verliert bundesliga-routinier an karthago
Die Adler von Karthago haben sich verstärkt: Rani Khedira wechselt von der deutschen zur tunesischen Nationalmannschaft. Der 32-jährige Mittelfeldspieler von Union Berlin kann schon Ende März in den Testspielen gegen Haiti und Kanada sein Debüt geben.
Der dfb schläft, tunesien handelt
Zwei Wochen lang arbeitete der tunesische Verband FTF im Stillen. Dann kam die Bombe: Das FIFA-Fußballgericht in Lausanne genehmigte den Wechsel der sportlichen Zugehörigkeit. Khedira, der zuletzt 2014 für die deutsche U-21 auflief, springt ab sofort für die Nordafrikaner.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 278 Bundesliga-Einsätze, 15 Saisons im deutschen Oberhaus, ein Vater aus Kasserine. Für den DFB war das offenbar kein Grund, den Profi aus dem Umfeld des Rekordweltmeisters zu halten. Stattdessen dürfen sich Sabri Lamouchi und Co-Trainer Michael Hefele über einen kampfstarken Sechser freuen, der in Berlin die Spielanalyse lebt.
Die Entscheidung reift seit Jahren. Khedira spielte von der U-15 bis zur U-19 für Deutschland, doch die A-Nationalmannschaft blieb ein unerfüllter Traum. Nun folgt er dem Beispiel seines Bruders Sami, der 2015 ebenfalls die Wüste betrat – und mit Tunesien gleich die Afrika-Cup-Viertelfinals erreichte.

Weltcup-gruppe f bekommt zugkraft
Mit Japan und den Niederlanden wartet auf Tunesien ein Brett. Der dritte Gegner wird erst in den Play-offs ermittelt. Doch mit Khedira im defensiven Mittelfeld hat der Afrika-Cup-Viertelfinalist von 2019 plötzlich einen europäischen Kern: Ellyes Skhiri (Köln), Wahbi Khazri (Montpellier) und nun Khedira – das ist kein Underdog mehr.
Die Message ist klar: Wer nicht will, der muss. Der DFB verliert einen 1,86-Meter-Hünen mit Zweikampfquote von 58 Prozent. Tunesien gewinnt einen Leader, der in Berlin schon mit 17 Jahren die U-17-Meisterschaft holte. Das Spiel gegen Kanada am 28. März in Tunis wird zum ersten Härtetest – und vielleicht zur Initialzündung für eine neue Ära in Karthago.
