Rangnicks österreich demolieren ghana mit 5:1 – chukwuemeka träumt von wm

Die Österreicher feiern sich, Deutschland sollte aufhorchen. Mit 5:1 schickt Ralf Rangnick Ghanas Black Stars nach Hause und liefert einen Lehrauftrag für das Duell der DFB-Elf am Montag in Stuttgart.

Sabitzer eröffnet, chukwuemeka schließt den reigen

Marcel Sabitzer verwandelt einen Strafstoß gegen Ghana schon nach zwölf Minuten. Die Dortmunder Verbindung Sabitzer-Gregoritsch erhöht nach der Pause auf 2:0, Stefan Posch köpft das 3:0. Der 20-jährige Carney Chukwuemeka, in Wien geboren, in England groß geworden, in der Bundesliga angekommen, trifft beim 4:0 aus 13 Metern nach Doppelpass-Tennis. Nicolas Seiwald macht den Kantersieg perfekt – nur Jordan Ayew erinnert daran, dass Ghanas Offensive mehr kann, als sie in Graz zeigte.

Paul Wanner kommt zur Pause, wechselt sich ein, wechselt sich aus, wechselt die Seite. Der frühere DFB-U-Reihenläufer entschied sich für die Mutter, nicht für den Pass – und für eine Startelf-Chance im Sommer in den USA, Mexiko und Kanada. Rangnick lässt ihn links aufrücken, Chukwuemeka zieht ins Zentrum. Das Tempo steigt, die Kombinationen werden schneller, die Läufe timing-genau. Ghana wirkt wie ein Testpuppentheater: viel Bewegung, wenig Effekt.

Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Österreich trifft fünfmal aus elf Torschüssen, Ghana einmal aus vier. Die Passgenauigkeit der ÖFB-Elf liegt bei 91 Prozent – ein Wert, den man sonst von Klubs wie Manchester City gewohnt ist. Rangnick nennt es „kontrollierte Aggression“. Seine Spieler nennen es Spaß.

Deutschland als nächster prüfstein – und ein blick auf argentinien

Deutschland als nächster prüfstein – und ein blick auf argentinien

Montag, 20.45 Uhr, Stuttgart. Ghana trifft auf die DFB-Auswahl, die jetzt weiß: Die Black Stars sind verwundbar, wenn man sie früh stört und die Räume eng macht. Rangnick liefert das Blaupause-Buch mit – Julian Nagelsmann dürfte es studieren. Für Österreich geht es im Juni in die Endrunde, Gruppe J: Weltmeister Argentinien, Algerien, Jordanien. Kein leiches Los, aber nach dieser Gala traut sich Rangnick mehr als nur das Achtelfinale.

David Alaba klatscht von der Bank, als hätte er selbst getroffen. Er fällt aus, aber er fällt nicht aus dem Kader. Die Kabine jubelt, die Wiener Fan-Curve skandiert „USA calling“. Chukwuemeka wischt sich eine Träne weg und sagt: „Ich wollte nur Laufen, stattdessen treffe ich. Wahnsinn.“

Die Botschaft an den Rest der Fußball-Welt: Österreich ist nicht nur ein Geheimtipp mehr – sie sind ein Mitfavorit auf die Titelkampf-Sensation. Und Ghana? Die müssen gegen Deutschland beweisen, dass sie nicht nur der beste Reisverein Afrikas sind, sondern auch ein Gegner, der zählt. Die Uhr tickt. Die Gruppe wird hart. Der Countdown läuft.