Rangnick-poker um milan: österreichs fußballchef hält die zügel fest
Mailand fiebert, die Serie A hält den Atem an – und mitten drin steckt Ralf Rangnick. Der deutsche Trainer-Ruhestand ist wohl nur eine Illusion, denn der AC Milan buhlt intensiv um seine Dienste. Doch die Entscheidung liegt nicht allein in den Händen des Vereins, sondern auch bei der Österreichischen Fußball-Nationalmannschaft, wo Rangnick einen Vertrag besitzt. Ein Katz-und-Maus-Spiel, das die Fans auf die Folter spannen.

Pröll setzt auf geduld: em 2028 als ziel
Josef Pröll, der Präsident des ÖFB, scheint die Verhandlungen in die Hand zu nehmen. In einer kurzen Ansprache während der Qualifikationspartie der Damen-Nationalmannschaft gegen Slowenien ließ er Andeuten, dass man Rangnick bis zur Europameisterschaft 2028 halten möchte. „Wir hatten diverse Gespräche, wir möchten ihn bis zur EM 2028 halten. Er kennt unsere Ressourcen, es liegt an ihm, eine Entscheidung zu treffen“, so Pröll. Eine klare Ansage, die dem Milan-Management ins Wespennest gestoßen sein dürfte.
Die Situation ist delikat. Milan übt Druck aus, während der ÖFB versucht, seinen Coach festzuhalten. Rangnick selbst scheint zwischen den Fronten zu stehen, beobachtet das Geschehen und lässt jede Aussage über seine Zukunft vermissen. Er konzentriert sich ausschließlich auf seine Arbeit mit der Nationalmannschaft und umgeht geschickt jede Spekulation. Das allein deutet bereits auf eine komplizierte Gemengelage hin.
Die Reise nach Amerika, die Rangnick mit der Nationalmannschaft unternommen hat, offenbarte ebenfalls keine Klarheit. Obwohl ihm der Verbleib in Österreich offensichtlich lieb ist – ein fertiger Vertrag liegt seit Monaten vor, ohne dass er ihn unterzeichnet hat – zögert er die Entscheidung hinaus. Die Frage, was Rangnick wirklich will, ist der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Saga. Experten vermuten, dass die Entscheidung in den kommenden Tagen fallen könnte, vielleicht sogar vor dem Beginn der Weltmeisterschaft, bei der Österreich am 16. Juni gegen Jordanien sein Debüt gibt.
Milan war bereits letzte Woche in Wien, um die Verhandlungen voranzutreiben. Nun kontert der ÖFB mit einer deutlichen Ansage. Rangnick bleibt im Zentrum des Dramas, und es liegt an ihm, die Karten offen zu legen. Ob der deutsche Taktikfuchs sich für das glanzvolle Rampenlicht der Serie A entscheidet oder doch noch in Österreich bleibt, wird die Fußballwelt in Atem halten.
