Rangnick wirft wanner und chukwuemeka ins wm-feuer – wien wird zur bewährungsprobe
Paul Wanner trägt jetzt ein weißes Trikot mit schwarzem Adler statt dem DFB-Logo. Carney Chukwuemeka kehrt nach Wien zurück, wo er das Licht der Welt erblickte. Beide könnten schon am 27. März gegen Ghana auf dem Rasen des Ernst-Happel-Stadions stehen – und damit die wohl spektakulärste Doppel-Premiere der österreichischen Länderspielgeschichte liefern.
Rangnicks transfer-coup ist perfekt
Österreichs Teamchef Ralf Rangnick hat das Duo am Montag in den 24-Kader für die Testspiele gegen Ghana und Südkorea berufen. Keine Testphase, kein B-Team – direkt der Sprung in den Kreis der WM-Kandidaten. „Wir sind froh, dass sie sich für uns entschieden haben“, sagt Rangnick mit dem Tonfall eines Mannes, der weiß, dass er zwei Schnäppchen gelandet hat. Denn der ÖFB sichert sich damit auf einen Schlag zwei Mittelfeld-Talente, die in Deutschland noch als Zukunftsmotor gehandelt wurden.
Wanner, 19, wechselte im Winter von Bayern München nach Eindhoven, um Spielzeit zu sammeln. Chukwuemeka, 21, kam im Sommer von Chelsea nach Dortmund, wo er sich nach einer Knie-OP wieder in Form schiebt. Beide haben eins gemeinsam: Sie sahen ihre EM-Türe in Deutschland nur angelehnt. Rangnick öffnete ein Tor – und warf die WM als Köder aus.

Die mutter, wien und der traum von amerika
Wanner entschied sich für Österreich, weil seine Mutter aus Klagenfurt stammt. „Die schwerste Entscheidung meiner Karriere“, sagte er dem TV-Sender Sky. „Aber die WM ist ein Traum für jeden Spieler.“ Chukwuemeka brauchte weniger Rückgratgrätschen: In Wien geboren, in England groß geworden, mit nigerianischen Wurzeln – die FIFA-Papiere lagen bereits bereit. Für ihn ist die Heimspiel-Rückkehr nach Wien fast ein Kurz-Trip ins eigene Lebensstück.
Rangnick plant langfristig. „Auf die nächsten zehn bis zwölf Jahre gesehen, bin ich überzeugt, dass sie uns weiterhelfen werden.“ Die Botschaft: Wer jetzt liefert, fliegt im Sommer nach Nordamerika. Gruppe J wartet mit Argentinien, Algerien und Jordanien – ein Kader mit Tiefe ist gefragt.
Die Uhr tickt. In knapp 100 Stunden steigt die Generalprobe gegen Ghana. Dann zeigt sich, ob der Transfer-Coup auch sportlich zündet. Rangnick hat gesetzt – und Wien wird zum Schauplatz seiner Pokerei.
