Rangnick bekommt turbo-talente: chukwuemeka und wanner machen österreich heiß

Die FIFA hat gesprochen, das österreichische Nationalteam lacht. Carney Chukwuemeka und Paul Wanner dürfen sofort für die Alpen-Elf auflaufen. Für Teamchef Ralf Rangnick beginnt jetzt der eigentliche Kraftakt: zwei Spieler, ein System, zwölf Stammplätze.

Chukwuemeka, 22, bringt drei Tore und zwei Assists aus 30 Pflichtspielen mit – klingt nach Befund, ist aber Fassade. Der Dortmunder ist der Typ Spieler, der den Pass vor dem Pass spielt, der Mitspieler zum Star macht. Er lief achtmal von Anfang an, weil Muskelprobleme seine Saison in Schach hielten. Rangnick sieht ihn trotzdem als Kreativdusche für eine Mannschaft, die in der letzten Quali-Runde nur acht Tore schoss.

Psv-formel: wanner kennt rangnicks 4-2-3-1 bereits blind

Paul Wanner dagegen liefert Daten statt Interpretation. Seit der Winterpause stand der 20-Jährige bei PSV Eindhoven durchgehend in der Startelf, meist als Doppelsechs neben Joey Veerman. Die Position, die bei Österreich Laimer und Seiwald unter sich aufteilen. Wanner kann sie alle entlasten, weil er sie alle spielen kann. Offensives Mittelfeld, halbrum, Sechser – ein Schwäbischer, der in Holland gelernt hat, sich flexibel zu verkaufen.

Das Problem: Christoph Baumgartner hat bei Leipzig eine Ausnahmesaison und die Zehner-Rolle im Griff. Chukwuemeka träumt ebenfalls davon, Wanner könnte sie überfallartig besetzen. Rangnick muss nun entscheiden, ob er sein erfolgreiches Gerüst umbaut oder Talent vor Tempo setzt. Eine Entscheidung mit Nebenwirkungen: Jeder Umzug im Mittelfeld rückt Konrad Laimer näher an die Rechtsverteidiger-Position heran, wo er beim FC Bayern längst Referenz ist.

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Am 16. März fällt Rangnicks Kader-Bombe. Am 27. März folgt die Generalprobe gegen Ghana in Wien. Dann wird sichtbar, ob Chukwuemekas Dribbel-Gen und Wanners Ball-Roboter-Funktion die etablierte Riege aushebeln oder ob Teamgeist vor Toptalent gewinnt. Der Zeitpunkt ist brisant: WM 2026 rückt näher, der Nationalitäts-Wechsel hätte bei versagter Quali vermutlich nicht stattgefunden.

Österreich bekommt zwei Spieler, verliert vielleicht eine Seele. Rangnick mischelt jetzt nicht nur mit Systemen, sondern mit Egos. Seine Aufgabe: aus Konkurrenzzorn eine neue Geschlossenheit destillieren. Wenn ihm das gelingt, könnte das Duo den Unterschied machen zwischen Achtelfinale und Halbfinale. Misslingt die Integration, droht die erste Risslinie seit Rangnicks Amtsantritt. Die FIFA hat grünes Licht gegeben. Jetzt muss Rangnick den Ton angeben.