Raimund fliegt ohne hoffmann: dsv-team peilt megaweiten in vikersund an
Die letzten beiden Skiflug-Wochenenden der Saison rücken näher – und der deutsche Angriff kommt ohne Felix Hoffmann daher. Nach seinem Sturz in Oslo beendet der 23-Jährige die Saison vorzeitig, wie der Deutsche Skiverband am Dienstag mitteilte. Die Führung übernimmt Gesamtweltcup-Fünfter Philipp Raimund, der sich auf die „mega coole Schanze“ in Vikersund freut.
Hoffmann raus, bayer rein – die personelle zäsur
Stefan Horngacher setzt statt Hoffmann auf Ben Bayer. Der 21-jährige Schwabe soll gemeinsam mit Luca Roth Flugkilometer sammeln. „Felix beendet die Saison und stabilisiert seine Form in einem Trainingsprogramm“, erklärte der scheidende Bundestrainer knapp. Die Entscheidung fiel nach internen Belastungstests – Hoffmanns Körper meldete sich, bevor er es selbst tat.
Beim letzten Aufgebot des Winters mischen außerdem die Routiniers Karl Geiger, Pius Paschke, Andreas Wellinger und eben Philipp Raimund mit. Letzterer legt nach seinem Holmenkollen-Abbruch-Sieg den Schwung direkt auf die größte Flugschanze der Welt um: „Ich habe Bock auf Vikersund. Die Schanze erlaubt maximale Weiten, man fliegt gefühlt am Hang entlang.“

Frauen auf der 240-meter-schanze – nur 20 dürfen starten
Für die Damen gilt ein Sondermodus: 30 Athletinnen trainieren, 20 starten, 15 fliegen ins Finale. Heinz Kuttin kritisiert das Reglement offen: „Zehn Athletinnen dürfen an beiden Tagen nicht springen – das ist nicht optimal.“ Mit dabei ist Selina Freitag, die als erste Deutsche die 200-Meter-Marke überflog. Ihr Ziel: „Die Marke noch mal zu knacken.“
Die magische Grenze lag bisher bei 226 Metern. In Vikersund ist mehr drin – wenn der Wind mitspielt. Die Wetterlage wird wieder zum X-Faktor, wie schon in Oslo, wo Böen einzelne Flüge abwürgten und andere in Rekordweiten schickten.

Planica als finale – dann ist schluss mit fliegen
Nach Vikersund geht’s nach Planica. Dort endet die Saison 2025/26 auf der Letalnica, der einzigen Schanze mit 240 Metern Auslauf. Wer dort fliegt, hat die letzte Chance, sich in die Geschichtsbücher einzutragen. Für Horngacher ist es der Abschied nach fünf Jahren an der Spitze. Er will „mit einem fetten Ausrufezeichen“ gehen – und mit Raimund als kapitänischem Publikumsliebling.
Die Karten sind neu gemischt. Die Saison ist längst entschieden? Vergiss es. Im Flugskisport kann sich in zwei Sprüngen alles drehen. Vikersund liefert den Auftakt – und die deutschen Adler haben noch einiges gutzumachen.
