Rahm träumt vom grand slam: kann augusta den traum besiegeln?
Augusta. Jon Rahm, der strahlende Sieger von letztem Jahr, reist als einer der Top-Favoriten zum Masters an. Doch der Weg zur zweiten Green Jacket ist steinig, wie die historische Bilanz beweist. Nur drei Golfer haben diesen Triumph in der Vergangenheit wiederholen können – eine Herausforderung, die den Spanier aber keineswegs abschreckt.
Die schatten der vergangenheit: wiederholungssiege sind selten
Die Geschichte des Masters erzählt von der Schwierigkeit, diesen Titel zu verteidigen. Nach der Ära von Arnold Palmer, Jack Nicklaus und Gary Player, die den Augusta National quasi unter sich teilten, wurde es deutlich schwieriger. Die Kenntnis des Platzes, die viele Spieler nach jahrelangen Besuchen und Fernsehübertragungen erworben haben, macht das Spiel unberechenbarer. Die Konturen der Grüns, die subtilen Breaks – all das fordert höchste Konzentration und Präzision.
Rahm hingegen präsentiert sich in Augusta in blendender Form. Mit einem selbstbewussten 'Taper Fade' Haarschnitt und einer optimistischen Haltung am Start, scheint er bereit für die Herausforderung. Die Erfahrungen im LIV Golf, insbesondere die Möglichkeit, vier Runden zu spielen, empfindet er als Vorteil. "Vier Tage sind mir lieber, da man sich besser in den Rhythmus findet", so der frühere US-Open-Champion.

Streit mit der dp world tour: ein kleiner nebenschauplatz
Obwohl der Konflikt mit der DP World Tour und die potenziellen Strafen, die seine Ryder Cup-Teilnahme gefährden könnten, noch im Raum stehen, scheint Rahm gelassen. Er betont, dass die Verhandlungen fortgesetzt werden und er optimistisch auf eine Einigung blickt. "Ich habe bereits Kompromisse eingegangen und glaube, dass sich die Situation klären wird. Ich möchte die europäische Tour weiterhin unterstützen." Der Fokus liegt klar auf Augusta.
Tiger Woods, der Meister der Comebacks, dient Rahm als Inspiration. Sollte er den Masters gewinnen, wäre es ein weiterer Schritt auf dem Weg zum historischen Grand Slam, den bisher nur sechs Spieler in der Geschichte des Golfsports vollzogen haben. "Es ist ein Kindheitstraum“, gesteht Rahm, „und sollte ich ihn eines Tages verwirklichen, könnte ich wohl entspannter ins Alter blicken.“
Auch wenn der Open Britanico ihm besonders am Herzen liegt, schließt er ein „Grand Slam español“ mit dem Gewinn der PGA Championship nicht aus. Doch das Wichtigste ist ihm die Genesung von Tiger Woods: „Ich hoffe, er erhält die Unterstützung, die er braucht, um sich vollständig zu erholen. Er ist zweifellos ein Meister der Comebacks.“
Die Faszination des Golfsports liegt nicht nur im Triumph, sondern auch in der Widerstandsfähigkeit – eine Lektion, die Jon Rahm auf seinem Weg zum Masters-Sieg verinnerlicht hat. Er blickt nach vorne, voller Zuversicht und bereit, Geschichte zu schreiben.
