Rahm erobert valderrama – hatton lauert im verborgenen
Ein furioser Auftritt von Jon Rahm hat das Feld bei der Spanish Open in Valderrama aufgeschreckt. Während der US-Open-Aspirant mit einem gemischten Gefühl vom Platz ging, demonstrierte er doch eine beeindruckende Ballkontrolle und sicherte sich die Führung, obwohl sein Teamkollege Tyrrell Hatton ihm dicht auf den Fersen sitzt.

Hatton profitiert von ruhe und vaterfreuden
Der Engländer Hatton, der mit einer soliden 67er Runde einen Gesamtscore von 203 erreichte, wirkte dabei fast schon entspannt. Die wohlverdiente Ruhe und die Freuden des Vaterseins scheinen ihm neue Kraft verliehen zu haben. Der Kampf um den Sieg in Valderrama hat damit eine neue, aufregende Dynamik erhalten.
Auch Sergio García (207) zeigte eine starke Leistung und bewegte sich mit großem Selbstvertrauen auf dem Platz. Er profitierte von einem fehlerfreien Spiel und deutete an, dass er seine vier bisherigen Siege in Valderrama wiederholen könnte. Thomas Detry, der diese Woche seine Chancen auf eine Teilnahme an den US Open durch eine gute Platzierung verbessern will, zeigte ebenfalls eine beeindruckende Leistung und hielt sich im Rennen.
Ein Blick auf die weiteren Plätze: Cam Smith präsentierte sich in Topform, während Dustin Johnson mit einem Hole-in-One auf der dritten Bahn für Aufsehen sorgte und sich damit in der Spitzengruppe etablierte. David Puig benötigte zwar etwas Zeit, um in sein Spiel zu finden, zeigte dann aber beeindruckende Aufholjagden und kletterte im Klassement nach oben. Seine Fähigkeit, in kritischen Momenten das Beste aus seinen Schlägen zu machen, könnte ihm im weiteren Verlauf des Turniers zum Vorteil gereichen.
Rahms Spiel sprach für sich, obwohl er mit einem Bogey auf der zweiten Bahn begann. Sofort kehrte er jedoch zu seinem vorherigen Minus zwei zurück und präsentierte ein beeindruckendes Tee-to-Green-Spiel mit zahlreichen Birdie-Chancen. Ein Spiel, das man von einem Spieler der Weltspitze erwartet – obwohl sein aktueller Weltranglistenplatz die 12. Position anzeigt.
Sergio García bewies Geduld und wartete auf seinen Moment. Nach neun Löchern im Par gelang ihm schließlich der erlösende Birdie auf der zehnten Bahn, gefolgt von einem weiteren auf der elften. Obwohl er einige gute Möglichkeiten ungenutzt ließ, waren seine Paarschläge solide und die allgemeine Gefühlslage positiv. Nur ein minimaler Windstoß fehlte am 12. Loch, um seinen Putt ins Ziel zu bringen. Ein weiterer entgangener Erfolg ereignete sich am 17. Loch.
Puigs Runde war von Kampfgeist geprägt, seine Klasse und sein Mut ermöglichten es ihm, sich in den vorderen Rängen zu behaupten. Der Spanier präsentierte einige sehenswerte Aktionen und besitzt das Potenzial, am Sonntag eine außergewöhnlich niedrige Runde zu spielen und so den Sieg anzupeilen. Luis Masaveu (212) bewies seine Widerstandsfähigkeit, nachdem er seine Runde mit zwei Bogeys begonnen hatte, und drehte das Spiel um. Josele Ballesteer (223) startete seine Aufholjagd mit einem Ergebnis unter Par.
Die Spannung in Valderrama ist greifbar. Mit Rahm und Hatton an der Spitze und einer Reihe weiterer talentierter Spieler im Rennen verspricht die Spanish Open ein unvergessliches Golfturnier zu werden. Die Frage ist nicht, ob Rahm seinen Vorsprung behaupten kann, sondern wie schnell Hatton ihn unter Druck setzen wird.
