Raab rettet union mit gebrochener hand: drama in freiburg
Matheo Raab stand 96 Minuten lang im Schatten, dann wurde er zur Lichtgestalt. Mit einer Hand, die er kaum noch bewegen konnte, entschärfte der 27-Jährige in der elften Nachspielminute den Schuss von Niklas Beste und sicherte Union Berlin den 1:0-Auswärtssieg in Freiburg.
Eine parade, die alles versiegelte
Der Ersatzkeeper, bis dato nur Statist in einem abgekämpften Spiel, warf sich nach links, streckte sich, kratzte den Ball um den Pfosten. Sekunden später pfiff Deniz Aytekin ab – und Raab brach nicht nur wegen der Schmerzen in sich zusammen. „Scheiß auf die Hand“, sagte er später vor der DAZN-Kamera, „wir haben drei Punkte geholt.“
Dabei hatte der Debütant eigentlich gar nicht eingreifen dürfen. Frederik Rönnow saß wegen Füßeproblemen in Berlin, Raab rückte kurzfristig in den Kader. Was folgte, war ein Abend, der seine Karriere auf einen Schlag neu schreibt.

Der zusammenprall, der alles änderte
In der sechsten Minute der Nachspielzeit war Raab rausgeeilt, hatte mit der Faust voran den Ball geklärt und dabei Michael Ogbus mitgenommen. Freiburg forderte Strafstoß – vergeblich. Raab blieb liegen, die Hand schmerzte. Kein Wechsel mehr möglich. „Ich wollte einfach nur noch durchkommen“, sagte er. Dass er dann noch den matchwinning-Save zeigte, war pure Willensleistung.
Trainer Steffen Baumgart, selbst ein Mann, der sich für harte Jungs begeistert, schwärmte nach dem Spiel: „Er ist immer da, klar und ruhig. Das gibt dir als Trainer auf beiden Positionen das, was du brauchst.“ Raab habe „mehr Charakter gezeigt, als wir manchmal sehen“.

Union baut abstand auf relegationsplatz aus
Mit dem Sieg springt Union auf 36 Punkte und hat sieben Zähler Vorsprung auf Platz 16. Nächste Woche geht’s nach München – vermutlich wieder mit Rönnow. Aber egal, wer steht: Raabs Legendeneinsatz wird in der Kabine noch lange nachhallen. Denn manchmal reicht eine einzige Aktion, um sich einen Platz im Herzen einer ganzen Kurve zu sichern.
