Quintana triumphiert in asturien: ein comeback der alten schule!
Nairo Quintana hat bei der Vuelta a Asturias 2026 bewiesen, dass die alten Haie des Radsports noch lange nicht abgeschrieben sind. Der Kolumbianer vom Movistar Team ließ seine Konkurrenz im steilen Anstieg zum Alto de Carabanzo alt aussehen und sicherte sich den Etappensieg sowie die Gesamtführung – ein Triumph, der an die glorreichen Zeiten des Bergfahrens erinnert.
Ein rennen voller nervenkitzel und taktischer finessen
Die zweite Etappe führte das Peloton von Llanes nach Pola de Lena über 140 anspruchsvolle Kilometer. Von Beginn an war klar, dass dies kein Fahrradrennen für Schönheitswettbewerbe werden würde. Das Feld fuhr mit dem Messer zwischen den Zähnen, und es gelang keiner Fluchtgruppe, sich entscheidend absetzen zu können. Versuche wie die von Edu Pérez-Landaluce wurden im Keim erstickt.
Zunächst schien eine kleine Gruppe um Danny van der Tuuk und Ole Theiler kurzzeitig davonzukommen, doch der Abstand wuchs nie über eine Minute. Die eigentliche Zerreißprobe begann erst in der Colladiella. Dort selektierte sich das Feld, und der junge Adrià Pericas präsentierte sich mit einem mutigen Angriff. Quintana reagierte prompt und klebte an seinem Rad wie ein Schatten, mit seiner unverkennbaren, rhythmischen Trittfrequenz – ein Zeichen dafür, dass er heute etwas im Köcher hatte.
Im Quintett der Favoriten, das sich auf Quintana, Pericas, Txomin Juaristi, Samuel Fernández und Diego Pescador (ebenfalls Movistar) reduzierte, entbrannte ein Kampf auf Leben und Tod. Das Feld dahinter fiel bereits deutlich zurück, und es war klar, dass der Etappensieg unter den Fünfen entschieden werden würde.
Doch der Tag hatte es in sich: Kurz vor dem Rennen wurde die Radsportwelt mit der tragischen Nachricht vom Tod von Camilo Muñoz, einem jungen kolumbianischen Fahrer, erschüttert. Ein Verlust, der das gesamte Team Movistar traf und Quintana und Pescador zusätzlich belastete. Sie fuhren mit einem gebrochenen Herzen, aber auch mit der Entschlossenheit, dieser Erinnerung einen würdigen Rahmen zu geben.

Quintana zeigt seine zähne und dominiert carabanzo
Im Anstieg zum Alto de Cueña ließ Quintana erstmals seine Ambitionen erkennen. Ein plötzlicher Zug an der Kette zerbrach die Harmonie im Vorderfeld, und es wurde deutlich, dass hier der entscheidende Moment des Rennens anbrach. Nur Pericas konnte Schritt halten. Die letzten Kilometer wurden zu einem Duell der Generationen: Die Erfahrung und Taktik von Quintana gegen die unbändige Jugend von Pericas.
Der finale und entscheidende Anstieg zum Alto de Carabanzo, mit einer durchschnittlichen Steigung von 9,4 Prozent, sollte die endgültige Antwort liefern. Quintana und Pericas fuhren zunächst zusammen, doch kurz vor dem Ziel schlug der Kolumbianer zu. Eine explosive Beschleunigung ließ Pericas hinter sich, und Quintana ritt als Solist zum Sieg. Ein Manöver von der alten Schule, kraftvoll und ohne Umschweife.
Im Ziel wurde Quintana von den Zuschauern gefeiert. Er überquerte die Linie als Etappen- und neuer Gesamtleader der Vuelta a Asturias. „Es war ein Tag voller taktischer Kämpfe“, sagte Quintana nach dem Rennen. „Das Team war fantastisch, und meine Beine haben genau dann gezündet, als es zählte. Dieser Sieg ist besonders, und ich widme ihn von Herzen der Erinnerung an unseren geliebten Camilo Muñoz.“
Asturien hat einen neuen Leader. Und das Radsport-Europa hat einen bewiesen: Nairo Quintana ist zurück – und er fährt wie ein Champion.
