Queiroz verfällt die beherrschung: zorn nach ghana-sieg!
Toronto bebte gestern Abend eine Partie voller Dramatik, als Ghanas Nationaltrainer Carlos Queiroz nach dem knappen 1:0-Sieg gegen Panama eine seltene Tirade losließ. Der eigentlich souverän wirkende 73-Jährige geriet völlig aus der Ruhe, als ein Reporter nach der Abwesenheit seines Schlüsselspielers Thomas Partey fragte.

Die frage, die queiroz zum kochen brachte
Die Situation war denkbar einfach: Ein Reporter wollte wissen, wie Queiroz taktisch auf das Fehlen von Thomas Partey reagiert habe und welche Auswirkungen seine Abwesenheit auf die Mannschaft gehabt habe. Doch statt einer sachlichen Antwort entfuhr es Queiroz ein harsches „Sie waren doch beim Spiel, oder?“. Er fuhr fort, mit leicht zynischem Unterton: „Wenn Sie beim Spiel waren, dann haben Sie, glaube ich, die Antwort auf Ihre Fragen gesehen. Und ich denke, Sie könnten mir bessere Fragen stellen. Danke.“ Diese Reaktion ließ die Anwesenden sprachlos zurück.
Die Abwesenheit von Partey, dem Leistungsträger von Villarreal, war durch die Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn bedingt. Der 33-Jährige durfte Kanada, dem Austragungsort des WM-Auftaktspiels, nicht einreisen. Der Vorfall wirft einen dunklen Schatten auf den ansonsten gelungenen Start für Ghana.
Die Frage ist: War Queiroz’ Reaktion lediglich eine Auslösung durch den Druck des Turniers oder spiegeln seine Worte eine tiefere Frustration wider? Fest steht: Der portugiesische Trainer offenbarte eine menschliche Schwäche, die ihm in der Öffentlichkeit wenig Freunde einbringen dürfte. Das Team muss nun zeigen, dass es trotz der schwierigen Umstände geschlossen auftritt und die Unterstützung der Fans zurückgewinnt. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob Queiroz seine Fassung wiederfinden kann – und ob Ghanas WM-Traum dadurch gefährdet wird.
